Alessandro Piperno

Die Verfolgung

Roman
Cover: Die Verfolgung
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN 9783100619051
Gebunden, 448 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Ulrich Hartmann. Ein makelloser Sommerabend, eine Villa, versteckt im Grünen, vor den Toren Roms, eine glückliche Familie beim Abendessen. Leo Pontecorvo, ein 48-jähriger Kinderonkologe von internationalem Ruf, seine Frau Rachel und die beiden Söhne Filippo und Samuel, die sich in der exaltierten Phase ihrer Pubertät befinden. Da bricht durch eine beiläufige Fernsehmeldung die Katastrophe über sie herein: Leo wird beschuldigt, mit der kleinen Camilla, der Freundin seines Sohnes Samuel, anzügliche Briefe gewechselt zu haben. Eine absurde Anklage. Doch Leo Pontecorvo wehrt sich keineswegs. In Sekundenschnelle von seiner privilegierten Position in die Opferrolle gedrängt, den Anfeindungen von Freunden wie Feinden ausgesetzt, gleitet er immer tiefer in das Inferno einer fatalen Selbstisolation hinein.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.02.2014

Etwas zu berechnend erscheint Maike Albath dieser im Original bereits 2010 erschienene Roman von Alessandro Piperno. Dass der Autor gern gnadenlos gesellschaftliche Selbstgewissheiten attackiert, weiß Albath. Die Geschichte eines Absturzes aus den Höhen der römischen Gesllschaft in ein Souterrain, veranlasst durch eine Lolita-Story, findet Albath auch soziologisch gut beobachtet und in das Panorama der Craxi-Jahre gefasst. Die Rasanz des Textes, sein stimmiger Rhythmus und die plausible Konstruktion werden jedoch vom Autor zumindest gegen Ende des als erster Teil einer Familienfortsetzungsgeschichte konzipierten Buches durch überflüssiges Aufblähen der Geschehnisse ausgebremst, meint die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2013

Etwas zu viel Skandal für Niklas Bender. Mehr Konstruktion und Konzentration empfiehlt Bender dem erfolgreichen italienischen Autor Alessandro Piperno. Mit einem Skandal zu beginnen (ein arrivierter Arzt wird beschuldigt, eine 12-Jährige vergewaltigt zu haben), um dann auf 400 Seiten die Differenzen zwischen italienischem Groß- und Kleinbürgertum, laizistischem und religiösem Judentum zu verhandeln, erscheint Bender etwas zu konzeptbetont. Dass der Autor seiner strauchelnden Bürgeridylle durchaus Leben einzuhauchen vermag und mit seiner Hauptfigur einen italienischen Woody Allen erschafft, entgeht Bender allerdings auch nicht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.08.2013

Dass sich der Autor so üppig aus dem Proust-Fundus für Anfänger bedient, mag Franz Haas Alessandro Piperno nicht durchgehen lassen. Ebenso gehen ihm die Anbiederungen des ständig raunenden Erzählers an die Leser gehörig auf die Nerven. Wenig genialisch erscheint Haas die Story aus dem jüdischen Großbürgertum Roms mit seinem Dünkel, Pipernos Bissigkeit diesbezüglich hin oder her. Nicht einmal des Autors bei Philip Roth abgeschaute literarische Vorliebe für Erotisches scheint Haas zu besänftigen. Zu wenig differenziert das Vokabular, zu wenig plausibel die Psychologie der Figuren, findet der Rezensent.
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