Barbara Köhler

42 Ansichten zu Warten auf den Fluss

Cover: 42 Ansichten zu Warten auf den Fluss
Edition Korrespondenzen, Wien 2017
ISBN 9783902951281
Kartoniert, 100 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Im Sommer 2016 zog Barbara Köhler für zwei Monate nach Castrop-Rauxel, als eine Art Schmuckeremit: in die bewohnbare Skulptur "Warten auf den Fluss" der Rotterdamer Künstlergruppe "Observatorium", um dort auf die seit Jahren nicht mehr vorbeifließende Emscher zu warten. Aus ihrem Warten, Beobachten und Betrachten sind 43 Neunzeiler entstanden, ein Buch, das von Deindustrialisierung und 'Renaturierung' spricht, von der örtlichen Brache und einem toten Fluss, dessen Geschichte und Geschichten, von Realitäten und Utopien, von Landschaften und Technik, einer von Menschen immer wieder neu gemodelten Geografie. Gespräche mit anderen Besuchern und den Machern der Skulptur hinterließen fremdsprachige Spuren im Text, lassen ihn zu einer Bewegung zwischen Sprachen geraten, zwischen falschen Freunden und richtig hilfreichen Missverständnissen, zwischen kruder Beschreibung und poetischer Reflexion werden Grenzen fließend, dass Unerwartetes eintreten kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.12.2017

Während die namensgebende Ruhr die Region lediglich südlich beschließt, ist die weniger bekannte Emscher der eigentliche, heimliche Fluss, der das Industriegebiet um Dortmund, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Co. beinahe vollständig durchfließt, verrät Rezensent Tobias Lehmkuhl. Die Frage, ob sie den Namen "Fluss" überhaupt verdient hätte und nicht mit dem Spitznamen "Kloake des Ruhrgebiets" besser bedient sei, stellte sich vor allem vor dem Versuch der Renaturierung, den die Dichterin Barbara Köhler mit "42 Ansichten zu Warten auf den Fluss" im Sommer 2016 auf einer Brücke des Gewässers gedankenvoll begleitete, erklärt der Rezensent. Im Ergebnis trifft hier die Vielsprachlichkeit des deutschen Westens auf eine Prosa, die dem Fluss an Beweglichkeit kaum nachsteht, lobt der Rezensent.
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