Zehn Silben mal zehn Zeilen bilden ein Quadrat, zehn Quadrate einen Würfel (10 x 10 x 10 = 1 Donauwürfel). In diesem neuartigen Versmaß von Zsuzsanna Gahse strömt die Erzählung durch das Buch. Der Donau und dem Sprachfluss folgend tauchen unentwegt Geschichten auf, um in den nachdrängenden Fluten wieder zu versinken. Sie erzählen vom Leben am, im, auf, über, gegen und mit dem Wasser: von den Huchen am Flussgrund, dramatischen Hochwassern und Flussaustrocknungen, aber auch von Verzweifelten, die ihren Tod im Wasser suchten. So schwingt sich der Donaustrom in 27 Sprachwürfeln lyrisch, episch und auch szenisch durch die Tiefebene, hoch zu den Quellen und hinab zum Schwarzen Meer.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2011
Hansjörg Graf hat zwei in kurzem Abstand erschienene Bücher von Zsuzsanna Gahse gelesen, die er als kühne Gegenstücke bewundert. In ihrem Buch "Donauwürfel" stellt die Autorin die Donau in streng komponierten Versen in den Mittelpunkt und zeigt dabei genauso Mut zum Kalauer, wie sie sich in philosophische Gedankengänge begibt, stellt der Rezensent fest. Für ihn enthüllt hier die Autorin nicht zuletzt die "Fallstricke der Poesie", wobei Graf die "Korrespondenzen", die sich mit den in dieser Kritik ebenfalls gewürdigten Texten "Das Nichts in Venedig" ergeben, besonders fesselnd findet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.12.2010
In Zsuzsanna Gahses neuem Gedichtband "Donauwürfel" sieht Nico Bleutge den Fluss der Sprache einerseits in strenge Form gefasst - 10 mal 10 Verse mit je 10 Silben ergeben hier einen Würfel - andererseits leben die Gedichte von Assoziationen, wie er feststellt. Ohne allegorisch oder symbolisch zu sprechen, verlassen sich die Worte hier ganz auf sich, erzählen von der Donau und mit ihr verbundenen Erinnerungen und Träumen, und für Bleutge bilden sie in ihrer eigentümlichen Mischung aus Erzählendem und Lyrischem selbst so etwas wie einen Fluss, dem sich der Leser einfach überlassen kann, wie er eingenommen meint.
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