Der Beitrag untersucht die Geschäfte der Schweizerischen Bodenkreditanstalt mit dem nationalsozialistischen Deutschland. Der Bank gelang es mit Hilfe eines der nationalsozialistischen Regierung nahestehenden Personennetzwerkes, ihre seit 1931 in Deutschland gesperrten Markguthaben zu liquidieren. In diesem Zusammenhang leistete sie illegale Zahlungen an Deutsche ausserhalb des Clearings, handelte mit geraubten Wertschriften und vermittelte den kriegswichtigen Rohstoff Wolfram an das "Dritte Reich". Nach dem Krieg forderten die Alliierten eine Untersuchung der Bank. Das Vorgehen der Schweizerischen Verrechnungsstelle zwischen 1945 und 1952 zeigt dabei Aspekte einer schweizerischen Vergangenheitspolitik auf: Ein Teil der fraglichen Geschäfte wurde sanktioniert, zu einem anderen Teil stellten sich die Behörden aber schützend vor die Geschäfte der Bank.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2001
Die Bodenkreditanstalt unter Führung des Direktors Wilhelm Schulthess war zur Zeit des zweiten Weltkriegs in dubiose Geschäfte verwickelt, weshalb sie der mit "pra." zeichnende Rezensent für einen der interessantesten Fälle des illegalen Vermögenshandels erachtet. Schulthess habe enge Kontakte zu Göring gepflegt und habe Geschäfte zu seiner eigenen Bereicherung abgewickelt. 1946 wurde Schulthess zwar zum Rücktritt aufgefordert, so "pra.", doch zu einer strafrechtlichen Verfolgung ist es nie gekommen. Allein deshalb ein überaus wichtiges und aufschlussreiches Buch, meint der Rezensent.
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