Aus dem Ungarischen von Hans Skirecki. Jemand erzählt: vom Erwachsenwerden in revolutionären Zeiten, in denen Religiosität nur noch als Aberglaube oder Zynismus möglich ist; erzählt vom Leben, vom Sterben und vom Töten; vom Mond, der auf der schäbigen Kulisse eines Fotoateliers über dem falschen Ufer des Sees steht, von dessen fauligem Wasser sich die Kurgäste Genesung erhoffen, was aber kaum eine Rolle spielt, weil die amputierten Beine des Kosmonauten, die in der Hauptstadt als Nationalheiligtum verehrt werden, den Mond ohnhin nie betreten haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000
Einen rechten Schrecken scheint der Roman des jungen ungarischen Schriftstellers der Rezensentin Ilma Rakusa eingejagt zu haben. "Selten findet sich in einem Kurzroman so viel Schreckliches versammelt", schreibt sie. Sicherheiten gewährt die Erzählung nicht: Ort und Zeit sind nicht bestimmbar, immer wieder werde man in die Irre geführt, sogar über das Geschlecht des Ich-Erzählers (bzw., wie sich gegen Ende herausstellt: der Ich-Erzählerin) herrscht lange Unklarheit. Undurchsichtig sind die Geschehnisse, so Rakusa, lakonisch und klar dagegen die Sätze. Im ganzen zeigt sich die Rezensentin nicht unbeeindruckt, findet den Roman erschütternd, "wo er sich zur Allegorie verdichtet" (wovon, verrät sie aber nicht), scheint über viel Befremdliches jedoch nicht ganz hinwegzukommen.
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