In "Breakdowns" zeichnet Art Spiegelman sein Selbstportrait als junger wilder Mann, der als Kind die bunten Heftchen über alles liebt und ständig Comics zeichnet. In San Francisco entdeckt er den Kreis um Robert Crumb, die Subversion eines Genres: Die Underground-Comics lassen den American Dream in sarkastischen Sprechblasen explodieren. Spiegelman wird Dick Tracy und die Katzenjammer Kids auseinandernehmen, von den Kamerafahrten und schnellen Schnitten des Experimentalfilms lernen, bis er schließlich in expressionistischen Schabkartons vom Selbstmord seiner Mutter erzählt. So erlernt er, alles in die kleinen Boxen zu packen und dem Leser Sehfabriken zu schenken, und findet den Erzählrhythmus, mit dem er die Geschichte seiner Eltern, die beide Auschwitz überlebten, aufzeichnen kann: "Maus" entsteht, das Buch, das aus Kult Kunst werden ließ.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2008
Für Thomas Steinaecker ist der amerikanische Comiczeichner Art Spiegelman nicht nur maßgeblich für den "bescheidenen Boom" des bis dato hierzulande unter Schundverdacht stehenden Genres verantwortlich. Mit seiner Graphic Novel "Maus" über den Holocaust und den von ihm herausgegebenen Zeitschriften "Arcade" und "RAW" hat er Anfang der 90er Jahre dem Comic endgültig Ernst und Kunstanspruch verdient, rühmt der Rezensent. Im Band "Breakdowns" lassen sich nun die in "Arcade" publizierten Werke Spiegelmans nebst einem Comic-Vorwort und einem von ihm verfassten Nachwort sichten, die die Anfänge des Zeichners dokumentieren, erklärt der Rezensent. Formal faszinieren Steinaecker die ungeheure Bandbreite und die Experimentierlust, die Spiegelman darin beweist, inhaltlich zeigt er sich dagegen weniger begeistert, wenn der Zeichner etwa seinen eigenen neurotischen Zusammenbrüchen nachspürt. Wirklich gefesselt haben ihn dagegen augenscheinlich die Kurzversion seines Holocaust-Comics oder "Gefangener auf dem Höllenplanenten", in dem Spiegelman den Selbstmord seiner Mutter thematisiert.
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