Craig Thompson

Blankets

Ein grafischer Roman
Cover: Blankets
Thomas Tilsner Verlag, Bad Tölz 2004
ISBN 9783936068962
Kartoniert, 582 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Schwarz-weiß. Wisconsin, USA, frühe 1990er. Irgendeine Kleinstadt mit ganz normalen Bewohnern und einer ganz normalen Schule. Craig ist ein Außenseiter. Aus dem Amerikanischen von Claudia Fliege. Und das nicht nur, weil seine Haare länger sind als die der Mitschüler. Die kompromisslos christliche Erziehung durch seine Eltern hat Craig fest im Griff. Kurt Cobain? Nie gehört. Trinken und Kiffen? Besser nicht. Selbst im Ferienlager, wo alle anderen snowboarden, über Designer-Klamotten diskutieren und jede Gelegenheit nutzen, dem anderen Geschlecht auf die Pelle zu rücken, steht Craig am Rand. In mancher Hinsicht hat er das Leben bereits aufgegeben und wartet nur noch darauf, dass im Himmel alles besser wird. Aber im Ferienlager lernt er Raina kennen. Und die bringt frischen Wind in sein Dasein. Schließlich gelingt es Craig sogar, seine Eltern zu überreden, dass er Raina besuchen darf; zwei traumhafte, unvergessliche Wochen lang im verschneiten Michigan, die sein Leben für immer verändern.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.07.2004

Nichts für Gewinner, für geradlinige, allseits beliebte Erfolgsmenschen - Sebastian Handke grenzt hier nicht nur den Leserkreis ein, er will vor allem sagen, wie sehr ihn dieses Buch, diese graphic novel berührt hat. Es ist eine Autobiografie, schreibt er, "ein zärtlich und aufrichtig erzähltes Coming-of-Age" eines von christlich-fundamentalistischer Erzählung verunsicherten Jungen, seiner Liebe zu Gott, dann zu einem Mädchen, davon, wie er beide verlor und zur Kunst kam. Und wie schwierig es ist, erwachsen zu werden. Vor allem aber, meint Handke, liefert Thompson einen grandiosen Beleg für die Möglichkeiten des Genres Comic - auch und gerade über eine Strecke von 600 Seiten. Denn Thompson findet nicht nur die richtigen Mittel der Bildgestaltung (schlicht, schwarz-weiß, mit gezielt gesetzten stilistischen Ausbrüchen und einem Grundmotiv, dem "dichten Schnee Wisconsins"), er ist auch ein erstklassiger Erzähler, der den Leser zu bewegen vermag und einen Rezensent mal so richtig ins Schwärmen bringen kann: "Diese jugendlich-verwirrte Überblendung von Hoffnung und leisem Schmerz - wann hätte dies letztmals in einem Film oder einem Buch derart schlicht seinen Ausdruck finden können?"
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.07.2004

Rezensent Frank Schäfer ist entzückt und wartet schon auf die "Dissertationen" zu Craig Thompsons Comic "Blankets". Denn in diesem "Meisterwerk" zeige sich, dass es die Comic-Kunst "mit jeder anderen Kunstform spielend aufnehmen kann". Thompson erzählt in "Blankets" aus seiner eigenen Biografie. Aufgewachsen in einem streng religiösen Elternhaus, verlebt der kleine Craig eine freudlose Kindheit zwischen "Bibelstunden" und "Kirchencamp" und findet in der Zeichnerei und der Liebe zur gleichaltrigen Raina schließlich den Ausweg aus dem "Kerker der Bigotterie". Die Liebesgeschichte ist der Kern dieser Comic-Erzählung, die den Rezensenten zu "Tränen" gerührt hat, dabei jedoch eine gänzlich "kitschfreie Geschichte" sei . Außerdem rühmt Schäfer, mit welcher "narrativen Rafinesse" Thompson hier zu Werke geht . So hat er ein dichtes Geflecht aus "Vorausdeutungen, Reprisen und Leitmotiven" entdecken können und ist sich sicher: Craig Thompson zeigt die "Souveränität des geborenen Erzählers".
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