Arnold Esch

Rom

Vom Mittelalter zur Renaissance
Cover: Rom
C. H. Beck Verlag, München 2016
ISBN 9783406698842
Gebunden, 410 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Arnold Esch konzentriert sich auf den Zeitraum zwischen der großen Kirchenspaltung 1378, die noch ganz Mittelalter, und dem Pontifikat Sixtus' IV. 1484, das schon ganz Renaissance ist. Hundert Jahre scheinen nicht viel im Leben einer Ewigen Stadt. Aber es ist die entscheidende Zeit eines tiefgreifenden Umbruchs: Der Papst wird endlich Herr über die stets aufsässige Stadt, Gesellschaft und Wirtschaft orientieren sich am Hof, die Humanisten führen nun auch in Rom einen geistigen Wandel herbei und lehren die Antike neu sehen. Das religiöse Leben erhält eine besondere Färbung durch die in den Heiligen Jahren nach Rom strömenden Pilger und die zunehmende weibliche Laienfrömmigkeit. Durch die rege Bautätigkeit und die großen Kunstaufträge der Päpste und Kardinäle entwickelt Rom im äußeren Erscheinungsbild neue Anziehungskraft. fort.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 17.12.2016

Für Rezensent Marc Reichwein ist Arnold Eschs Studie zum Aufstieg Roms in der Renaissance schlicht ein Meisterwerk. Einmal mehr überzeugt der Historiker nicht nur mit vorbildlicher Kenntnis, sondern es gelingt ihm auch Sozial-, Kirchen- und Wirtschaftsgeschichte "kunstvoll" zu verknüpfen und darzulegen, wie Florenz die Renaissance nach Rom brachte, schwärmt der Kritiker. Er liest hier nach, wie Rom noch um 1400 in seiner antiken Infrastruktur verharrte, und sich weit und breit kein Papst mehr fand. Vor allem bewundert Reichwein, wie farbig, eindringlich und geradezu literarisch Esch Rom schließlich als Pilgermassenziel erscheinen lässt, nachzeichnet, wie sich nach und nach verschiedene Gewerbe und Berufe, etwa 200 deutsche Bäcker, in Rom niederließen und die Stadt im 15. Jahrhundert dank der finanziellen Unterstützung durch Florenz wieder zur Weltstadt des Christentums wurde. Ein grandioses, brillant recherchiertes Buch, dem der Kritiker auch das Fehlen einer Zeitleiste verzeiht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2016

Rezensent Hans-Albrecht Koch vermag mit Arnold Eschs Buch eine Menge Türen zu öffnen, die ihm das Rom der Übergangszeit vom Mittelalter zur Renaissance erschließen. "Vorzüglich" erzählt, bereichert durch zahlreiche nichtschriftliche Quellen, wie der Rezensent anerkennend festhält, breitet ihm der Militärhistoriker anschaulich die Konzilsakten aus, in denen sich der Handel der Zeit spiegelt, der wirtschaftliche Aufschwung und die Probleme. Für den interessierten Rompilger eine wahre Fundgrube, meint Koch.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.10.2016

Rezensent Stephan Speicher ist ohnehin ein großer Bewunderer der Bücher Arnold Eschs über die italienische Renaissance. Und so freut sich der Kritiker, dass mit "Rom" nun ein neues Werk des Historikers vorliegt, das den Leser so eindrucksvoll und mit so viel Liebe zum Detail durch die zeitgenössische Gedanken- und Empfindungswelt führt, dass Speicher glaubt, selbst dabei gewesen zu sein. Darüber hinaus verdankt er dem Buch aber auch zahlreiche neue Erkenntnisse über Rom im letzten Jahrhundert vor der Reformation. So liest der Rezensent etwa, wie verwüstet Rom während des großen Schismas gewesen ist und wie sich das Papsttum neu aufbaute. Ganz großartig, lobt Speicher, nicht zuletzt wegen der geschickten Verknüpfung von großer Geschichte und kleinen Lebenswelten.