Arnd Pollmann

Menschenrechte und Menschenwürde

Zur philosophischen Bedeutung eines revolutionären Projekts
Cover: Menschenrechte und Menschenwürde
Suhrkamp Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783518299708
Kartoniert, 451 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

In Reaktion auf die totalitären Verbrechen und den Zweiten Weltkrieg greift bald nach 1945 eine weltpolitisch revolutionäre Vision um sich: Die Vereinten Nationen verpflichten sich auf universelle Menschenrechte, die allen Menschen weltweit ein mindestens menschenwürdiges Leben ermöglichen sollen. Diese völkerrechtliche Idee entspringt dem Gedankenexperiment einer demokratischen Neugründung politischer Machtverhältnisse, die nicht in Willkürherrschaft oder unmenschliche Diskriminierung umschlagen dürfen. Lange war dieses revolutionäre Projekt auf dem Siegeszug, es gerät jedoch neuerdings unter autoritären Druck, und selbst in der wissenschaftlichen Debatte werden immer häufiger relativistische oder gar höhnische Abgesänge laut. Um an dieses historisch fragile, aber ungebrochen dringliche Erbe zu erinnern, legt Arnd Pollmann eine umfassende philosophische Deutung und Begründung des Zusammenhangs von Menschenrechten und Menschenwürde vor.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.03.2023

Dass die Philosophie seit der Aufklärung immer dann über Menschenwürde und Menschenrechte nachdenkt, wenn Revolutionen die Macht erschüttern, ist für den Rezensenten Micha Brumlik das erste Aha-Erlebnis im Buch von Arnd Pollmann. Der Philosoph unterscheidet für seine historische Verortung von Menschenrecht und Menschenwürde in drei gut nachvollziehbaren Kapiteln, findet Brumlik: Begriff, Funktion und Inhalt. Dadurch könne er den Anspruch von Freiheit und Gleichheit aller Menschen kenntnisreich einem historischen Lackmustest unterziehen. Für Brumlik gipfelt das informative Buch in der überdenkenswerten Frage, inwiefern von allgemeinen Menschenrechten gesprochen werden darf, solange sie nicht global gelten. Weil sie aber unbedingt universalistisch verstanden werden müssten, sei es nur konsequent, dass Pollmann mahnt, die Rechte von Minderheiten genauso hoch zu halten wie die gesellschaftlicher Mehrheiten, findet der Rezensent.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…