Aris Fioretos

Mary

Roman
Cover: Mary
Carl Hanser Verlag, München 2016
ISBN 9783446252707
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Paul Berf. "Es mag seltsam klingen, aber ich bin die einzige, die erzählen kann, wie ich endete." Es ist die Zeit der Diktatur des Militärs in Griechenland. Marys Bericht beginnt mit ihrer Liebe zu Dimos, einem Anführer der Studentenbewegung. Im November 1973 wird Mary festgenommen, in den Verliesen des Sicherheitsdiensts ist sie Hunger, Kälte und Folter ausgesetzt. Nur sie weiß von ihrer Schwangerschaft, dem Kind von Dimos. Aber Mary erzählt auch von der Solidarität unter den gefangenen Frauen, wie es ihr gelang zu überleben, ohne Verrat zu begehen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2016

Rezensentin Manuel Gogos ist froh, dass Aris Fioretos der griechischen KZ-Insel Jaros und den oppositionellen Frauen während der Militärjunta 1967-1974 ein Denkmal setzt. Als Versuch, das Unsagbare zu berichten, liest er das Protokoll, das die Protagonistin Mary im Buch gibt über Folter und Freiheitswillen, Liebe und Verzweiflung und eine Tragödie "antiken Ausmaßes", die sich laut Gogos als Parabel begreifen lässt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2016

Auch wenn der Autor in seinem neuen Roman auf erzählerische Tricks verzichtet, hält Ulrich Rüdenauer Aris Fioretos' Buch für ein erzählerisch ungeheuer reiches Werk. Die Geschichte der von der Militärjunta internierten Architekturstudentin Mary in einem ungenannten Land (für Rüdenauer aber deutlich als das Griechenland der frühen 70er erkennbar) ist für den Rezensenten eine Passionsgeschichte und eine Gewaltstudie, in der Willkür und Widerstand gegeneinander antreten. Die männliche Gewalt gegen den weiblichen Widerstand schildert der Autor laut Rezensent mit großer Eindringlichkeit und Dichte. Mit Mary erschafft er eine emblematische Figur, eine Märtyrerin, die Rüdenauer im Gedächtnis bleibt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de