Doch stimmt das wirklich? Ariadne von Schirachs Essay ist eine furiose Anstiftung, das Leben zu wagen, anstatt es zu verwalten. Optimierung und Ausbeutung sind allgegenwärtig. Die Natur, bedroht durch Profitgier und schiere Blödheit, ist uns fremd geworden. Das betrifft auch uns, unseren Umgang mit unserem Körper, der kontrolliert und nicht mehr bewohnt wird, unsere Beziehungen und Freundschaften, die uns nützen sollen, anstatt uns zu bereichern. Doch vor allem werden die Anforderungen an uns selbst immer maßloser.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2014
Klingt nach Klangschale, meint Hannah Lühmann über das Buch von Ariadne von Schirach. Was die Autorin sich im Rückgriff auf Adorno, Heidegger und Kant als gelungenes Lebens ausmalt, fern von Hektik und Selbstoptimierungswahn, scheint Lühmann nicht weniger gruselig. Eine "poetische Revolution" - was soll denn das sein?, fragt die Rezensentin und erhält von der Autorin auf der Analysecouch große beziehungsweise nicht so große Worte zur Antwort. Ein natürliches Verhältnis zum Schlachten zum Beispiel. Aha. Lühmann wittert rasch verpuffende Zivilisationskritik und einen "verkorksten" Konservatismus.
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