Wenn ich ihm doch nur gesagt hätte, dass ich ihn liebe! Wenn ich doch eine andere Ausbildung gemacht hätte! Wenn ich mich doch auf diesen Job beworben hätte! Wenn ich doch mehr Zeit mit den Kindern verbracht hätte! Oft verbringt man viel Zeit damit, darüber nachzudenken, was hätte sein können, wenn ... Und so geht es vielen. Diese Gedanken über verpasste Gelegenheiten und möglicherweise falsche Entscheidungen sind unvermeidbar, sagt der amerikanische Psychologieprofessor Neal Roese. Sie werden von unserem Gehirn spontan produziert, um uns zu zeigen, was wir das nächste Mal besser machen können. Er zeigt, wie unser "psychologisches Immunsystem" sie verarbeitet und wie wir sie für unser Handeln produktiv machen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2007
Timo Frasch hat in Neal Roeses Buch "Ach, hätt' ich doch" viel Interessantes und Überraschendes gefunden und hat sich mitunter selbst ertappt gefühlt. Der amerikanische Psychologe geht dabei der Frage nach, wie der Mensch mit den Enttäuschungen in seinem Leben umgeht, und habe dabei alles andere als eines der üblichen Ratgeber-Bücher vorgelegt, versichert der Rezensent. Ihn interessiert besonders Roeses These vom "kontrafaktischen Denken", mit dem der Mensch seine Lebensentscheidungen und -Umstände ständig je nach Disposition mit positiveren oder negativeren Möglichkeiten vergleicht und daraus Bewältigungsstrategien erhalte. Und am Ende lässt sich laut Frasch dann doch eine Handlungsaufforderung aus dem Buch ziehen, nämlich die, dass es besser ist, etwas einfach zu tun, als sich später zu ärgern, eine Gelegenheit verpasst zu haben.
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