Antonio Gramsci

Gefängnishefte

Band 9
Cover: Gefängnishefte
Argument Verlag, Hamburg 1999
ISBN 9783886194193
Gebunden, 292 Seiten, 35,28 EUR

Klappentext

10bändige Ausgabe. Subskriptionspreis bis zum Erscheinen Bd. 10: 46,00 DM. Herausgegeben von Wolfgang Fritz Haug und Klaus Bochmann.
Heft 22: Amerikanismus und Fordismus
Heft 23: Literaturkritik
Heft 24: Journalismus
Heft 25: An den Rändern der Geschichte (Geschichte der subalternen gesellschaftlichen Gruppen)
Heft 26: Kulturthemen
Heft 27: Bemerkungen zur "Folklore"
Heft 28: Lorianismus
Heft 29: Notizen für eine Einführung ins Studium der Grammatik
Kritische Gesamtausgabe auf der Grundlage der von Valentino Gerratana im Auftrag des Gramsci-Instituts besorgten Edition. Herausgegeben vom Deutschen Gramsci-Projekt unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Klaus Bochmann (Universität Leipzig) und Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug (Freie Universität Berlin). Übersetzt von Klaus Bochmann, Ruedi Graf, Wolfgang Fritz Haug, Peter Jehle, Gerhard Kuck, Joachim Meinert und Leonie Schröder. Band 9 in Vorbereitung für Ende 1999/Anfang 2000, Band 10 (Registerband) in Vorbereitung für 2001.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.12.2000

In gewisser Weise sind wir alle "Gramscianer", findet Rober Misik, der Rezensent dieser deutschen Fassung der 9-bändigen Gesamtausgabe von Gramscis Aufzeichnungskonvolut, das nur bedingt Werkcharakter hat. "Gramscianer" sind wir, weil wir heute einen Sinn haben für die Bedeutung, die neben der reinen Politik die Sphäre des Kulturellen und des Gesellschaftlichen für das Politische hat. Gramsci war der erste Marxist, der auf der Wirkmacht von "Institutionen, Traditionen und Konventionen" insistierte, der betonte, dass es für die Linke auf diesem Gebiet die Hegemonie zu erstreben gelte, wolle man eine Veränderung der (schlechten) Verhältnisse herbeiführen. Die Formel aus den Gefängnisheften: "Staat = politische Gesellschaft + Zivilgesellschaft". Was man zur Überwindung der Ideologie braucht, sind "andere Erzählungen", die von den Intellektuellen zu liefern seien. Robert Misik findet Gramscis in den "Gefängnisheften" aufgeworfene Fragen nach der Gesellschaft, ihrem Konsens, der "Bedeutung der Tradition, der Intellektuellen, der Ideen in diesem Feld" auch und gerade heute für relevant und aktuell. Gepriesen wird der Argument Verlag, weil er mit der Herausgabe dieser Bände "das schlicht Notwendige getan hat."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.07.2000

Wer interessiert sich heute noch für Gramsci? fragt Kersten Knipp und bedauert, dass die Komplettierung der deutschen Gesamtausgabe von Gramscis "Gefängnisheften" so spät kommt. Nun liegt auch der letzte Band vor, Anlass für Knipp eine gar nicht so kleine und durchaus kundige Führung durch Gramscis Philosophie zu machen. Das Fragmentarische seines Schreibens entsprach in gewisser Weise, mutmaßt die Rezensentin, seiner in einer Gefängniszelle gefristeten Existenz, sei aber nicht dadurch bedingt gewesen. Sie sieht es eher in seinem "positiven Sarkasmus" begründet, in seiner antiideologischer Einstellung, die ihn misstrauisch machte gegen alle Heilserwartungen politischer Lehren, so dass er den Marxismus lieber durch die Formel "Philosophie der Praxis" ersetzt haben wollte. Knipp verweist darauf, dass Gramsci in einem bedeutenden Punkt vom marxistischen Standpunkt abwich, indem er dem Staat eine denkbare positive Rolle zusprach.
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