Der vorliegende Band führt in die Staatskonzeption Antonio Gramscis ein. Die besondere Herausforderung, welche die Arbeiten des italienischen Staatstheoretikers Antonio Gramsci für das neuzeitliche Staatsdenken darstellen, liegt darin, dass Gramsci den klassischen Staatsbegriff nachhaltig erweitert hat. Im Zentrum seines Werkes steht eine Hegemonietheorie und damit der Beitrag gesellschaftlicher Institutionen zur Herstellung eines asymmetrischen Konsenses, der die Form einer »Weltanschauung« annimmt, die sich in der Kunst, der Ökonomie, der Politik und dem Recht manifestiert. Daher ist auch die Zivilgesellschaft in dieser Konzeption kein äußerlicher sondern ein integraler Bestandteil des Staates im erweiterten Sinne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.05.2007
Geradezu sensationell finden Josef Esser und Benjamin Werner, dass in der Reihe "Staatsverständnisse" mit dem vorliegenden Band in die Staatstheorie des Schriftstellers und Philosophen Antonio Gramsci eingeführt wird. Schließlich, so glauben sie, gelte doch in der deutschsprachigen Politikwissenschaft marxistische Theorie nicht viel. Der Band versammelt ihren Informationen zufolge neun Beiträge zum fragmentarischen Werks des italienischen Autors, der von den Faschisten 1926 inhaftiert wurde und in Folge der Haftbedingungen 1936 starb, wie die Rezensenten einnern. Sie zeigen sich vom ungewöhnlichen Staatsverständnis Gramscis und vor allem von seiner Auffassung der Zivilgesellschaft, der er eine maßgebliche Rolle im Staatsgebilde zuschreibt, beeindruckt und finden die Einführung der Herausgeber Sonja Buckel und Andreas Fischer-Lescano lobenswert informativ. Großen Kenntnisreichtum schreiben Esser und Werner überhaupt allen Beiträgen des Bandes zu und zeigen sich damit rundum zufrieden.
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