Antonio Gramsci

Gefängnishefte

Band 7
Cover: Gefängnishefte
Argument Verlag, Hamburg 1999
ISBN 9783886194179
Gebunden, 390 Seiten, 29,65 EUR

Klappentext

10bändige Ausgabe. Subskriptionspreis bis zum Erscheinen Bd. 10: 46,00 DM. Band 7 (12. bis 15.Heft) Hg. von Klaus Bochmann, Wolfgang Fritz Haug und Peter Jehle unter Mitwirkung von Ruedi Graf und Gerhard Kuck.
12.Heft (1932): Aufzeichnungen und verstreute Notizen für eine Gruppe von Aufsätzen über die Geschichte der Intellektuellen.
13.Heft (1932-1934): Anmerkungen zur Politik Machiavellis.
14.Heft (1932-1935): "Miszellen".
15.Heft: "Miszellen". Kritischer Apparat zum 12. bis 15.Heft.
Kritische Gesamtausgabe auf der Grundlage der von Valentino Gerratana im Auftrag des Gramsci-Instituts besorgten Edition. Herausgegeben vom Deutschen Gramsci-Projekt unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Klaus Bochmann (Universität Leipzig) und Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug (Freie Universität Berlin). Übersetzt von Klaus Bochmann, Ruedi Graf, Wolfgang Fritz Haug, Peter Jehle, Gerhard Kuck, Joachim Meinert und Leonie Schröder. Band 9 in Vorbereitung für Ende 1999/Anfang 2000, Band 10 (Registerband) in Vorbereitung für 2001.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2000

Ulrich Wyrwa macht darauf aufmerksam, dass diese Gefängnishefte "nun erstmals in einer mustergültigen kritischen Ausgabe vollständig auf deutsch" vorliegen. In einer sehr umfangreichen Rezension widmet er sich ausgiebig der Rezeption Gramscis, der - sowohl im Nachkriegsitalien, wie auch beispielsweise in der DDR oder der Bundesrepublik (gerade während der Studentenbewegung) - politisch vereinnahmt und dadurch auch verfälscht wiedergegeben wurde. Vor allem die Tatsache, dass sich Gramsci während seiner Haft von der Kommunistischen Partei gelöst hatte, sieht der Rezensent in früheren Aufgaben oftmals unterschlagen. Vielmehr sei er oft als "orthodoxer marxistisch-leninistischer Autor" dargestellt worden, was in der Togliatti-Ausgabe etwa damit begründet wurde, Gramsci habe sich während der Haft einer "Tarnsprache" bedient, um eine Zensur zu umgehen. Behauptungen wie diese werden nun -wie der Rezensent zufrieden feststellt - in der vorliegenden Edition widerlegt. Wyrwa betont, dass sich diese neue Ausgabe auf die des Gramsci-Instituts von 1975 bezieht, die er nicht nur für sehr sorgfältig gemacht hält, sondern die sich auch durch einen hervorragenden "kritischen Apparat" auszeichnet, in dem sogar der Zustand der Hefte genau beschrieben wird. Die deutsche Ausgabe bietet, wie Wyrwa lobt, darüber hinaus eine informative Rezeptionsgeschichte und auch Erläuterungen über die Schwierigkeiten bei der Übersetzung ins Deutsche. Und auch wenn der Rezensent Gramscis eigene Übersetzungsübungen hier vermisst (er hofft auf eine Berücksichtigung im noch ausstehenden Registerband), so bewertet er die Ausgabe insgesamt als "vorbildlich".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.12.2000

In gewisser Weise sind wir alle "Gramscianer", findet Rober Misik, der Rezensent dieser deutschen Fassung der 9-bändigen Gesamtausgabe von Gramscis Aufzeichnungskonvolut, das nur bedingt Werkcharakter hat. "Gramscianer" sind wir, weil wir heute einen Sinn haben für die Bedeutung, die neben der reinen Politik die Sphäre des Kulturellen und des Gesellschaftlichen für das Politische hat. Gramsci war der erste Marxist, der auf der Wirkmacht von "Institutionen, Traditionen und Konventionen" insistierte, der betonte, dass es für die Linke auf diesem Gebiet die Hegemonie zu erstreben gelte, wolle man eine Veränderung der (schlechten) Verhältnisse herbeiführen. Die Formel aus den Gefängnisheften: "Staat = politische Gesellschaft + Zivilgesellschaft". Was man zur Überwindung der Ideologie braucht, sind "andere Erzählungen", die von den Intellektuellen zu liefern seien. Robert Misik findet Gramscis in den "Gefängnisheften" aufgeworfene Fragen nach der Gesellschaft, ihrem Konsens, der "Bedeutung der Tradition, der Intellektuellen, der Ideen in diesem Feld" auch und gerade heute für relevant und aktuell. Gepriesen wird der Argument Verlag, weil er mit der Herausgabe dieser Bände "das schlicht Notwendige getan hat."
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