Annette Weinke

Eine Gesellschaft ermittelt gegen sich selbst

Die Geschichte der Zentralen Stelle Ludwigsburg 1958-2008.
Cover: Eine Gesellschaft ermittelt gegen sich selbst
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008
ISBN 9783534219506
Gebunden, 224 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart. Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltung ist diejenige Einrichtung, welche sich innerhalb der Bundesrepublik am kontinuierlichsten und nachhaltigsten der Aufarbeitung von NS-Unrecht gewidmet hat. Mit den von ihr angestoßenen Strafprozessen hat sie einen zentralen Beitrag zur Herausbildung eines pluralistischen Geschichtsbewusstseins geleistet und dadurch den demokratischen Wandel in Nachkriegsdeutschland befördert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2008

Hochinteressant findet Rezensent Rainer Blasius diese Studie der Historikerin Annette Weinke zur Arbeit der Ludwigsburger Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen. Geradezu ungläubig referiert Blasius, was die Autorin aus den schweren Anfangszeiten der Behörde zu berichten hat: Etwa wie sehr das Auswärtige Amt darauf bedacht war, Diplomaten nicht in die Schusslinie der Justiz geraten zu lassen oder wie sich die Zentrale Rechtsschutzstelle dagegen wehrte, Material über im Ausland gesuchte Deutsche herauszurücken. In neuem Licht sieht Blasius auch den Anwalt und späteren Bundesverfassungsrichter Schlabrendorff, der doch recht viele NS-Angeklagte verteidigt hatte. Was dem Rezensenten allein fehlt, ist ein Blick ins Innere der Behörde.
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