Es ist kein Zufall, dass Caspar David Friedrichs berühmtes Bild "Der Wanderer über dem Nebelmeer" einen Mann zeigt: Der Naturraum wird hier als Männerdomäne markiert. Frauen spielten als historische und literarische Wanderinnen selten eine Rolle. Anneke Lubkowitz, selbst von der Stubenhockerin zur Ausflüglerin geworden, hat sich aufgemacht, ihre Vorgängerinnen aufzuspüren und zu würdigen. Sie nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise voller überraschender Geschichten. Auf ihren Touren begegnet sie: Sophie von La Roche, Bettina Brentano, Karoline von Günderrode, Mary Shelley, Annette von Droste-Hülshoff, Mathilde Franziska Anneke, Emmy Hennings, Else Lasker-Schüler, Simone de Beauvoir, Annemarie Schwarzenbach und Octavia E. Butler. Anhand dieser Frauen zeigt sich, dass Wandern sehr viel mehr ist als das Erobern von Landschaften. Es geht vor allem um Autonomie und Freiheit - und den weiblichen Blick auf die Natur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2025
Anneke Lubkowitz zeigt in ihrem Buch elf "literarische Wanderinnen" zwischen dem 18. und 21. Jahrhundert, erfahren wir von Rezensentin Walburga Hülk: von Sophie von La Roche, die "mit Spitzenhaube und auf Absatzschuhen" den Mont Blanc sah, bis zur Science-Fiction-Autorin Octavia Butler, die "zeitlebens eine beharrliche Fußgängerin blieb". Überraschend auch Simone de Beauvoir, die "schweißtreibende Gewaltmärsche durch die Berge" liebte, lesen wir. Lubkowitz verknüpft ihre eigenen Wege mit denen dieser "Rebellinnen zu Fuß", verbindet langsames Reisen und Schreiben zu einer "Schule des Sehens". Hülk lobt außerdem den weiten literatur- und kulturhistorischen Horizont und den kritischen Blick auf Geschlechternormen Lubkowitz'. Ein Buch, das am Ende mit nützlichen Tipps aufwartet: "niemals in Absatzschuhen gehen".
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