Anne Carson

Glas, Ironie und Gott

Fünf epische Gedichte und ein Essay über das Geschlecht des Klanges
Cover: Glas, Ironie und Gott
Piper Verlag, München - Zürich 2000
ISBN 9783492041478
Gebunden, 192 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Aus dem kanadischen Englisch von Alissa Walser und Gerhard Falkner.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.06.2001

Begeistert preist Angela Schader den Gedichtband der Kanadierin, der jetzt erstmals auf Deutsch erschienen ist. Sie sieht sich beim Lesen durch die Leichtigkeit und die Transparenz der Gedichte an "Seidenstoffe" erinnert und lobt sie als "intelligent und packend". Diese Lyrik bringe die Leser dazu, sich mit den von ihr bearbeiteten Themen auseinanderzusetzen und trieben gleichzeitig ein "subtiles Spiel mit der Unmöglichkeit der Einsicht", so die faszinierte Rezensentin. Einzig den Essay, der den Abschluss des Bandes bildet, findet Schader enttäuschend. Hier vermisst sie das "geistige Feuer", das sie an den Gedichten so schätzt und sie sieht sich "irritiert" von der "Unbekümmertheit" des Textes, dem es ihrer Meinung nach an gedanklicher Schärfe fehlt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2001

Bei Anne Carson weiß man nicht so richtig, woran man eigentlich ist. Die epischen Gedichte sind Gedichte und sind Erzählung und sind Roman und sind dann auch noch Wissenschaft und sind dramatische Dialoge in einer unsentimentalen fast kühlen Sprache, erzählt Volker Sielaff. Das findet der Rezensent toll. Denn Anne Carson, die in Montreal klassische griechische und römische Literatur lehrt, setzt sich über alle üblichen Genre-Grenzen hinweg, informiert der Rezensent. Da kann dann auch ein wissenschaftlicher Kommentar Teil des Gedichts sein: "In Carsons Kosmos findet fast alles seinen Platz", so Sielaff. Witz, Intellekt und Humor wisse die Autorin trefflich zu vereinen. Der Rezensent ist den Übersetzern Alissa Walser und Gerhard Falkner richtig dankbar für diese literarische Entdeckung, hätte sich aber vom Verlag eine zweisprachige Ausgabe gewünscht.