Aus dem Englischen übertragen von Christine Koschel. Gwendolyn MacEwen (1941-1987) war eine der begabtesten und ungewöhnlichsten Dichterinnen Kanadas. Als Person zierlich, exotisch und verletzbar, konnte sie beim Schreiben in andere Rollen schlüpfen, die in krassem Gegensatz dazu standen, in dem Zyklus "Die T. E. Lawrence Gedichte" gar in die des Schriftstellers, der als Schlüsselfigur im arabischen Freiheitskampf unter dem Namen Lawrence von Arabien berühmt wurde. MacEwen hatte sich intensiv mit der jüdischen und arabischen Kultur beschäftigt, Hebräisch und Arabisch gelernt und die Region als Frau alleine bereist, was 1962 von großem Mut zeugte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2010
Für Tobias Döring sind die "T. E. Lawrence-Gedichte" von Gwendolyn MacEwen, die jetzt in einer zweisprachigen Ausgabe auf Deutsch und Englisch vorliegen, eine inspirierende und fesselnde "Entdeckung". Die kanadische Autorin war 1962 als Studentin durch den Nahen Osten gereist, hatte dort Fotos entdeckt, auf denen sie den legendären "Lawrence von Arabien" zu erkennen meinte und widmete ihm 20 Jahre später einen Zyklus von sechzig Gedichten, in denen Lawrence als lyrisches Ich zu Wort kommt, fasst der Rezensent zusammen. Es ist insbesondere der "Tonfall der Selbstaussage", die diesen Gedichtzyklus so faszinierend macht, und Döring entdeckt hier ein Ausmaß von "traumverlorener" Seelenerforschung, die in "Sprache" selten gelinge, wie er meint. Er freut sich, dass einmal mehr einem "Kleinverlag" diese "Entdeckung" gelungen ist und auch die Übersetzung von Christine Koschel findet sein Wohlwollen. Einzig das in seinen Augen mangelhafte Lektorat, das einige Fehler im deutschen Text belassen hat, trübt seine ansonsten reine Freude an diesem Buch.
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