In englischer und deutscher Sprache. Mit 120 Fotografien. Die Ereignisse der 80er Jahre, der Fall der Mauer und die darauf folgenden Umwälzungen im Leben der Menschen werden nun in einem umfangreichen Bildband gezeigt. Einfühlsam wird das Leben der geteilten Stadt Berlin mit ihren Protest- und Widerstandsbewegungen nahe gebracht. Im Mittelpunkt stehen stets die Menschen, die diese historischen Ereignisse mitprägen. Der Fokus liegt auf den Gefühlen aller Beteiligten. In ihren Gesichtern lesen wir, was in ihnen vor sich geht: Angst, Wut, Verzweiflung, Freude. Im Jahr 2019 jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal und vor 70 Jahren wurde die Bundesrepublik gegründet. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatten um Europa und die zunehmenden rechtspopulistischen Bewegungen ist es wichtig, den Blick noch einmal auf die Zeit vor und nach der Wende zu richten. Mit Texten von Dr. Heike Kanter, Pascal Thibeaut, Peter Wensierski und einem Gespräch über Fotografie mit Harald Hauswald und Ann-Christine Jansson geführt von Peter Wensierski.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.11.2018
Harry Nutt schaut sich die Bilder der seit 1980 in Berlin lebenden Fotografin Ann-Christine Jansson an und bemerkt etwas Weiches hinter dem Kajalstift im Gesicht der abgebildeten Figuren aus der Vor- und Nachwendezeit und der ruppigen Berliner Hausbesetzerszene. Der Fotografin attestiert Nutt einen Blick für solche Momente, da die harte Pose durchlässig wird, auf körperliche Selbstbehauptung und -befreiung und Unbeschwertheit. Dass der Ausstellungsband auch Janssons laut Nutt von einer gewissen Distanz geprägten Blick auf die politische Wende in Ungarn und der Tschechoslowakei festhält und die Künstlerin im Textteil über ihre professionellen Prägungen spricht, versteht der Rezensent als schöne Beigabe.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…