Mit zahlreichen Abbildungen. Es war eine beispiellose Rettungsaktion: der Kindertransport nach England, durch den 1938/39 rund zehntausend jüdische Kinder vor den Nazis gerettet wurden. Anja Salewsky hat viele der Betroffenen von damals besucht und ihre Lebensgeschichten niedergeschrieben. Ergänzt wird das Buch durch bisher zum größten Teil unveröffentlichte Fotos und Briefe - oftmals die letzte Verbindung zwischen den auseinander gerissenen Eltern und Kindern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.10.2001
In dem Buch von Anja Salewsky werden zwölf Lebensgeschichten von ehemals deutschen Kindern, denen die englische Regierung Zuflucht vor dem nationalsozialistischen Deutschland gewährte, porträtiert. In dem Buch treten einige Gemeinsamkeiten zu Tage, wie der Verlust einer heilen Kinderwelt, die Freude über eine Abenteuerreise verbunden mit der trügerischen Aussicht, die Verwandten bald wieder zu sehen. Zu diesem Thema gebe es bereits einige Bücher wie auch Filme, dennoch findet die Rezensentin Elke Schubert dieses Buch "außergewöhnlich, weil es die Biografien mit den Stimmen der Porträtierten, mit Fotos und Dokumenten mischt". Das Buch verdeutliche die ganzen Dimensionen des Verlustes, von den Eltern über die Sprache bis zu dem einer unbeschwerten Kindheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2001
Die Autorin versammelt in ihrem Buch elf Geschichten von Juden, die in ihrer Kindheit das nationalsozialistische Deutschland mit Kindertransporten verließen, um in England eine neue Heimat zu finden, schreibt Rezensentin Birgit Aschmann. "Sie erzählen vom abrupten Verlust einer paradiesischen, sorgenfreien Kindheit, vom ökonomischen Absturz der vielfach gutbetuchten Familien in die finanzielle Misere und - schlimmer noch - von Demütigungen und Misshandlungen der allmächtig geglaubten Väter." Aschmann findet diese Schicksale anschaulich geschildert und die Aufarbeitung solcher Erinnerungen sehr wertvoll, vermisst jedoch ein Mindestmaß an Wissenschaftlichkeit. So verzichte die Autorin sowohl auf eine Einleitung als auch auf Anmerkungen, überdies wisse man nicht, wie die Autorin gerade zu diesen elf Interviewpartner gekommen sei. Das ist, so Aschmann "überaus ärgerlich, weil es den Gebrauchswert dieser so anrührenden Quellen unnötig mindert
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