Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2004
Rundum überzeugend findet Rezensent Peter Kurmann diesen Kunstdenkmäler-Doppelband über Einsiedeln, den Werner Oechslin und Anja Buschow Oechslin nun vorgelegt haben. Als "religiöse Stätte mit europäischer Ausstrahlung" ist Einsiedeln für Kurmann ein "Sonderfall in jeder Hinsicht", der sich nicht mit den gängigen Methoden der Kunstgeschichte fassen lässt. Umso erfreuter zeigt er sich, dass Oechslin und Oechslin die nötigen Kenntnisse in Theologie-, Liturgie-, Kirchen- und Philosophiegeschichte sowie in Geschichte und Theorie von Kunst und Architektur mitbringen, derer es seines Erachtens bedarf um dem "Phänomen" Einsiedeln gerecht zu werden. Die Autoren verstehen es nach Einschätzung Kurmanns "souverän", die verschiedenen Disziplinen und methodischen Ansätze im Interesse einer ganzheitlichen Betrachtungsweise zu bündeln, und "riesige Archivbestände" aufzuarbeiten. Kurmann erfreut den Leser dann mit einem Ausflug in die komplexe Baugeschichte von Kloster und Kirche in Einsiedeln, wobei er einen Bogen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert schlägt. Vor allem über die Bausünden, die im letzten Jahrhundert in Einsiedeln verbrochen wurden, weiß er sich zu echauffieren. "Viel Wertvolles wurde und wird immer noch abgerissen. Dafür huldigt man mit pseudoländlichen Bauten der Heimattümelei." Für die Autoren des Bandes aber findet er ausschließlich lobende Worte, schließlich stelle ihre Arbeit den "Geisteswissenschaften unseres Landes ein gutes Zeugnis aus".
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