Herausgegeben von Bernd Greiner, Christian Th. Müller, Dierk Walter u.a.. Im emotionalen Zentrum des Kalten Krieges stehen die Angst vor Nuklearwaffen und das politische Spiel mit der Angst - "Angst Haben" und "Angst Machen". Gerade von den Mitteln, die größtmögliche Sicherheit gewährleisten sollten, ging maximale Gefahr aus. Wer glaubwürdig abschrecken wollte, musste den Gegner einschüchtern, verunsichern und ihm dauerhaft Rätsel aufgeben: Nie sollte er ein klares Bild von den eigenen Kapazitäten und Absichten gewinnen, nie gewiss sein, wie weit die Berechenbarkeit seines Gegenübers reichte. Ob und wann die vorsätzlich inszenierte Ungewissheit sich gegen ihre Urheber wenden, also just jene Aggressivität provozieren würde, die sie eigentlich hätte unterdrücken sollen, geriet folglich zum hintergründigen Reizthema der Epoche. Die Kommunikation von Angst im Kalten Krieg und deren gesellschaftliche Hinterlassenschaften - im Osten wie im Westen - stehen im Mittelpunkt des dritten Bandes der "Studien zum Kalten Krieg".
Gemischte Eindrücke protokolliert Klaus Harpprecht zu diesem Band mit neunzehn Abhandlungen über Aspekte des Kalten Krieges. Grundsätzlicher Einwand ist, dass ein Text zu Wystan Hugh Audens Klassiker "The Age of Anxiety" fehlt, dem das Zeitalter und dieses Buch seine Überschrift verdanke. Doch werfe die Textsammlung keinen Blick "herüber in die Dichtung", die doch so starke Bilder für dieses Zeitalter fand. Desgleichen nicht in die Kunst, was Harpprecht ebenfalls wichtig gefunden hätte. Stattdessen prüften die Texte neunzehn Facetten des Angst-Komplexes, dessen Horizont jedoch stark auf die Angst vor dem Atomkrieg beschränkt bleibe - ausgelöst von Ängsten vor einer sowjetischen Intervention in Titos Jugoslawien. Besonders hebt der Kritiker allein Susanne Schattenbergs Psychogramm des "Polterers" Chruschtschow sowie einen Text von Oliver Bange vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam hervor, der das Ringen der Westdeutschen mit den Alliierten um die Atombombe beschreibt, die das dem Feind von gestern aber konstant versagten. Auch ein Register hätte aus Harpprechts Sicht dieser Publikation gutgetan.
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