Die "Arisierung" war eine der größten unrechtmäßigen Enteignungsaktionen der Geschichte. Dieser einzigartige staatlich organisierte Raubzug und die damit einhergehende Entrechtung der Juden fanden weitgehend unter den Augen der Öffentlichkeit statt. Die Autoren schildern am Beispiel Münchens die Beteiligung zahlreicher Institutionen und Einzelpersonen an der Existenzvernichtung und Entrechtung der Juden. Sie nennen Akteure und Profiteure und schildern das Schicksal von Opfern der "Arisierung". Die Autoren schildern eindrücklich, wie Beamte, Angestellte und Parteileute an ihren Schreibtischen dafür sorgten, dass eine der größten unrechtmäßigen Enteignungsaktionen der Geschichte reibungslos vonstatten gehen konnte.
Eine "notwendige" und "verdienstvolle" Darstellung der Arisierung in München haben A. Baumann und A. Heusler hier vorgelegt, meint Rezensentin Gabriele von Arnim. Die Enteignung der Juden unter den Nationalsozialisten gilt für die Herausgeber als der "größte Besitzwechsel der neuzeitlichen deutschen Geschichte", dessen Auswirkungen auch heute noch überall anzutreffen sind. Obwohl Baumann und Heusler in der Einleitung noch einmal die Gegenwärtigkeit des Themas betonen, wird das Buch "diesem eigenen Hinweis nur zu selten gerecht", kritisiert Arnim. Sie hätte sich mehr Informationen wie jene gewünscht, dass die geräumige Innenstadtlage von Loden Frey in München nur durch den billigen Ankauf des Nachbargeschäfts in der Arisierung möglich wurde.
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