Das vorliegende Buch beschreibt erstmals zusammenhängend Joseph Goebbels' Haltung zu den Juden, die intellektuelle Entwicklung seiner Judenfeindschaft und die Funktion, die seine massenwirksame Rolle als Propagandist der Judenverfolgung für seine eigene Position im Machtgefüge der Partei und in der Politik des NS-Staates hatte. Der Autor entwirrt ein komplexes Geflecht persönlicher wie politischer Motive und Interessen, die sich nicht ohne weiteres in ein einfaches Erklärungsmodell einbetten lassen, wie das bisherige Interpreten taten. Galt Goebbels den einen als machtbesessener, an der Judenfrage eigentlich uninteressierter Opportunist, so war er anderen ein Überzeugungstäter, ein hasserfüllter Rassenantisemit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2003
Christian T. Barths Buch über Joseph Goebbels versucht, den Motiven des nationalsozialistischen Propagandaministers und bedeutsame Hintergründe historisch transparent machen. Als Ergebnis der Studie benennt er Barths Bestätigung der uneingeschränkten Zustimmung Goebbels zu Hitlers vernichtungsorientiertem Antisemitismus. Goebbels sei ein "begeisterter Erfüllungsgehilfe" Hitlers gewesen, zitiert der Rezensent den Autor, seine Judenfeindschaft eine "Mischung ideologisch-fanatischer und realpolitisch-pragmatischer Elemente" gewesen. Barth präsentiere zwar aufschlussreiche Details, liefere aber keine konturenscharfen und insgesamt befriedigenden Interpretationen, bemängelt der Rezensent. Den Grund vermutet Sösemann vor allem in quellenkritischen Versäumnissen, die zu schiefen Ergebnissen führten. Einerseits mahne der Autor selbst zur Vorsicht bei der Benutzung der sogenannten Tagebücher Goebbels als Quellen historischer Forschung, andererseits missachte er sein Gebot, indem er die Beschreibungen Goebbels einseitig als Beweisgrund für seine eigene Argumentation verwende. Dabei sind die täglichen Notate keineswegs als authentische Äußerungen zu verstehen, sondern selbst finanzierte Auftragsarbeiten und Diktate, so der Rezensent.
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