Klaus-Michael Mallmann (Hg.), Gerhard Paul (Hg.)

Karrieren der Gewalt

Nationalsozialistische Täterbiographien
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004
ISBN 9783534166541
Gebunden, 282 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Bisher befasste man sich vorwiegend nur mit den Haupttätern Hitler, Himmler oder Heydrich. Klaus-Michael Mallmann und Gerhard Paul versammeln in diesem Band 23 Portraits von NS-Tätern der zweiten und dritten Ebene. Damit geben sie der jungen Täterforschung erstmals eine gesicherte Grundlage. Darüber hinaus ziehen die beiden Herausgeber in einem umfangreichen Überblick über Fortschritte und Probleme dieser neuen Teildisziplin eine Zwischenbilanz zur Täterforschung. Mit Beiträgen von A. Angrick, R. B. Birn, M. Cüppers, F. Dierl, C. Gentile, H. Heer, M. Hölzl, P. Klein, E. Kohlhaas, K. Kwiet, St. Linck, K.-M. Mallmann, J. Matthäus, J. Mlynarczyk, K. Orth, G. Paul, D. Pohl, A. Przyrembel, V. Rieß, K. Stang, L. D. Stokes, Chr. Wickert, M. Wildt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2004

Der vorliegende Band ist die neueste Veröffentlichung der Forschungsstelle Ludwigsburg, informiert "rab". 23 Täterbiographien würden darin nachgezeichnet, allesamt unbekannte Karrieren, die den bekannten an Brutalität in nichts nachstünden. "rab" weist darauf hin, dass die Herausgeber mit diesen 23 Einzelporträts "dem Zerrbild vom leidenschaftslosen Befehlsempfänger" entgegenwirken wollen; der behauptete Befehlsnotstand, der Gehorsamsdruck, das Bild vom leidenschaftslosen Schreibtischtäter verliere angesichts dieser Täterbiographien an Plausibilität, stimmt "rab" zu. Es gab keine direkte Befehlskette von oben nach unten, die Verantwortung wurde mit Absicht breit gestreut und konnte darum zum "Signum des Vernichtungskrieges" werden.
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