Im 19. Jahrhundert wusste man überhaupt nur noch dank einiger Bibelstellen vom Volk der Hethiter. Dann aber entdeckte man in Zentralanatolien die gewaltigen Ruinen Hattuschas und machte sich daran, sie zu enträtseln. Andreas Schachner, der Chefausgräber Hattuschas, hat ein spannendes Buch zur Geschichte der Hethiter und ihrer Metropole geschrieben, in dem er anhand zahlreicher archäologischer Quellen, Schriftquellen, Fotografien und Plänen ein facettenreiches Bild der einstigen Großstadt entwirft. Er beschreibt anschaulich die Häuser, Straßen, Paläste, Tempel, Befestigungs- und Versorgungsbauwerke, die Keramik, Kunstwerke und Grabstätten, aber auch die geistige Welt der Hethiter und macht auf diese Weise ihre vor drei Jahrtausenden verschwundene Kultur wieder lebendig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2011
Hubert Filser zeigt sich sehr gefesselt und beeindruckt von Andreas Schachners sich gleichermaßen an Laien wie an Leser vom Fach wendenden Studie zum Hethiterreich und seiner Metropole Hattuscha. Der Autor ist seit fünf Jahren Ausgrabungsleiter des Deutschen Archäologischen Instituts in der 1834 wiederentdeckten Hethiterstadt Hattuscha in Anatolien, die nach einer ungeheuren Blütezeit im 13. und 14. vorchristlichen Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte mit dem Untergang des Weltreichs verschwand, erfahren wir. Der Autor zeigt nicht nur sehr detailreich und wissenschaftlich belegt die Gründe für den ungeheuren Aufschwung des Hethiterreichs, sondern macht sich auch sehr fruchtbare Gedanken zum plötzlichen und schnellen Niedergang dieser Hochkultur, lobt der Rezensent. Dass er sich dabei nicht in grelle Thesen versteigt, sondern seine Leser durch die Klarheit seiner Ausführungen zum "Mitdenken" bringt, findet Filser sehr ansprechend.
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