Aus dem Englischen von Rita Seuß. Die Autoren beschreiben die überraschende archäologische Wahrheit über die legendären Könige David und Salomo, deren Bild Judentum und Christentum maßgeblich geprägt hat. Sie zeigen, was der historische Kern der Sagen ist und wie die Legenden im Laufe vieler Jahrhunderte immer wieder im Interesse politischer und religiöser Machtansprüche umgearbeitet und erweitert wurden.
Die Autoren schreiben: "Davids Guerillatruppe ist schnell und mobil. Davids Methoden sind Erpressung, Entführung, Täuschung und körperliche Gewalt." Man kann diese Zeilen nicht lesen, ohne daran zu denken, wie viele in Israel heute die Führung der Palästinenser exakt so charakterisieren. Hier liegt, ganz abgesehen von der Frage nach der historischen Wahrheit, der Sprengstoff von Finkelsteins und Silbermans Entmythologisierung... Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.10.2006
Eine "spannende Lektüre" hat David Oels zu Israel Finkelsteins und Neil A. Silbermans Buch über den Mythos von "David und Salomo" zu vermelden. Überzeugend findet er das Argument der Autoren, dass die dürftigen archäologischen Belege keinerlei Anhaltspunkte für die Sage von den legendären Königen David und Salomo geben. Allerdings betrachten die Autoren David und Salomo auch nicht als fiktive Gestalten. Vielmehr zeichnen sie anhand der vorhandenen archäologischen Funde, der historischen Quellen und einer akribischen Lektüre einschlägiger Texte des alten Testaments eine alternative Geschichte des historischen David und der Genese seiner Legende in der Bibel. Danach handelte es sich bei David um einen Räuberhauptmann, der zum Stammesführer aufstieg, einem Held wie Robin Hood. Oels bescheinigt den Autoren auch, anschaulich die Funktionen der Legenden von David und Salomo herauszuarbeiten. Deutlich wird für ihn dabei, dass die Salomo-Legende etwa die Teilnahme am "globalisierten" Fernhandel der damaligen Welt unter König Manasse rechtfertigen sollte.
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