Andreas Prater

Im Spiegel der Venus

Velazquez oder die Kunst, einen Akt zu malen
Cover: Im Spiegel der Venus
Prestel Verlag, München 2002
ISBN 9783791328041
Gebunden, 128 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Mit 15 SW- und 63 Farbabbildungen. Venusdarstellungen stellten für die Maler seit dem 16. Jahrhundert eine besondere Herausforderung dar, ging es doch einerseitsum ein großes mythologisches Thema und andererseits um die immer raffiniertere Darstellung verführerischer Frauenakte, um die Schönheit des nackten Körpers. Der Autor vergleicht das berühmte Werk des Velazquez mit anderen Venusdarstellungen der Kunstgeschichte, etwa von Giorgone, Veronese, Tizian, Goya und Manet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2003

Die Aktmalerei in Zeiten der Inquisition: Bettina Erche vermittelt allerhand Wissenswertes über die Zeit, in der Velázquez lebte und malte, das sie Andreas Praters Studie "Im Spiegel der Venus" entnommen hat. Prater rekonstruiert darin die Entstehungsgeschichte eines Venus-Bildes des spanischen Malers, der die griechische Göttin als Rückenakt zeigt. Die Darstellung allen nackten Fleisches war von der spanischen Inquisition verboten worden, trägt Erche an uns weiter, nur importierte flämische oder italienische Gemälde für die königlichen Sammlungen entgingen der kirchlichen Verfolgung. Überzeugend rekonstruiert Prater die Entstehungsumstände des Bildes in Rom, meint Erche. Anders als seine italienischen Kollegen habe Velàzquez seine Venus von hinten gemalt. Das sei "spanisch gedacht", so die Rezensentin, die das Gemälde dennoch provozierend findet. Vermutlich sei das Werk ein Auftragswerk - für das Brautgemach des Sohnes - eines königlichen Günstlings gewesen und so der Inquisition entgangen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002

Holger Liebs ist außerordentlich angetan von dieser Studie über Velazquez "Venus": Sie sei über ihr eigentliches Thema hinaus auch noch eine "veritable Geschichte der Aktmalerei". Der Rezensent bewundert die Zurückhaltung des Autors vor dogmatischen Deutungsversuchen und findet, dass er mit seinem Buch der "schillernden Vielschichtigkeit" des Bildes voll und ganz gerecht wird. Zudem gelinge es Prater, deutlich werden zu lassen, dass die Venus einmal viel mehr gewesen ist, als nur betörender Nacktheit, ein Bild vom "Ewig-Weiblichen". Er attestiert dem Autor, sein Thema zu umkreisen, "ohne es zu umzingeln" und zitiert begeistert ebenso "bündige wie poetische" Ausführungen Praters.
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