Martin Warnke

Velazquez

Form und Reform
Cover: Velazquez
DuMont Verlag, Köln 2005
ISBN 9783832176426
Gebunden, 175 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Mit 77 meist farbigen Abbildungen im Text und auf Tafeln. Seit Edouard Manet Velazquez Malkunst als eine Vorwegnahme der impressionistischen Sehweise entdeckte, gilt die Bewunderung des großen Publikums dem Malergenie, dem es wie keinem anderen gelang, das Sichtbare in den Farben und Formen seiner Bilder zu fassen. Der manchmal ins Schwärmerische abgleitenden Kunstbetrachtung ebenso zu begegnen wie den Verstrickungen des modernen kunsthistorischen Ratemarathons mit dem Ziel, die komplexen Bildthemen des Velazquez endgültiger Klärung zuzuführen, ist die schwierige Aufgabe eines neuen Blicks auf den geschichtlichen Velazquez.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.09.2006

Andreas Strobl hat sich bei der Lektüre von Martin Warnkes reich bebilderter Biografie über Diego Velazquez keine Sekunde gelangweilt. Im Mittelpunkt des Werks sieht er den Aufstieg Velazquez? vom dienstleistenden Handwerker zum Mitglied der höfischen Familie - eine Karriere, die dem Maler ein Höchstmaß an künstlerischer Freiheit sicherte. Deutlich wird für Strobl, dass der geadelte Velazquez in den letzten zehn Jahren seines Lebens nicht mehr malen musste. Völlig überzeugt ist er daher auch von Warnkes daran anknüpfender Interpretation, dass die berühmtesten Bilder Velazquez?, "Die Spinnerinnen" und "Las Meninas", die unzähligen Interpreten als Höhepunkt der Karriere eines Hofangestellten galten, in Wahrheit als Ergebnis der freien Kunst eines Edelmanns zu betrachten sind.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.12.2005

Durchaus anfreunden kann sich Andreas Beyer mit der Interpretation des Malers Diego Velazquez, die der Kunsthistoriker Martin Warnke vorgelegt hat. Warnke stelle einen Zusammenhang zwischen der steilen Künstlerkarriere des Sevillaners und der Krise der spanischen Krone her, die unter Philipp IV. ein Reformprogramm aus Sparsamkeit und Luxusverzicht einführte. Die royale Bescheidenheit korrespondiere mit Velazquez' frühen Motiven, die er dem Alltagsleben entnahm, ebenso wie mit der stilistischen Einfachheit, die "lokale Traditionen mit flämischen und italienischen Einflüssen amalgamierte", informiert der Rezensent. Diese Umstände hätten den Aufstieg Velazquez vom Straßenmaler zum Hofmarschall befördert. Warnkes zentrale These ist laut Beyer die Verflechtung von Politik und Kunst, der sich kein vormoderner Maler entziehen konnte. Nicht die "innere Notwendigkeit" habe das Motiv bestimmt, sondern die "anfallenden Bestellungen oder der Tagesbedarf", wie an der motivisch weit auseinander liegenden Produktion abzulesen sei.

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