Andreas Kollender

Teori

Roman
Cover: Teori
dtv, München 2000
ISBN 9783423241946
Taschenbuch, 218 Seiten, 14,32 EUR

Klappentext

Eine Weltreise - mit siebzehn Jahren! Für den jungen Johann Georg Forster ist es in jeder Beziehung ein Aufbruch in unbekannte Gewässer, als er am 13. Juli 1772 an Bord der "Resolution" unter dem berühmten Entdecker James Cook den Hafen von Plymouth Richtung Tahiti verlässt. Drei Jahre später kehrt Forster zurück - und ist ein anderer geworden. Als Sekretär seines Vaters, der die Expedition als Botaniker begleitet, sticht er in See, unsicher, meinungslos, ganz Beobachter. Als angehender Schriftsteller kehrt er wieder, erfüllt von Erlebnissen der Schönheit, der Liebe und der Grausamkeit. Die entbehrungsreiche Fahrt durch Eismeer und Südsee weitet den Horizont des jungen Deutschen. Für kurze Zeit wird aus Georg Teori, wie ihn die Eingeborenen nennen. Neben ersten sexuellen Erfahrungen ist es vor allem das Bekenntnis zu einer realistischen Weltsicht, das sein weiteres Leben bestimmen wird. Andreas Kollender baut in seinem Debütroman zurückhaltend und ohne grell-exotische Effekte die Stimmung einer Zeit auf, in der sich die Umbrüche der folgenden Jahre im Stillen bereits ankündigten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2000

Wolfgang Schneider findet vieles zu loben an diesem Buch, aber am Ende ist er doch enttäuscht. "Ungeschönt" beschreibe der Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, die "Schinderei" der Seeleute oder die recht unerfreulichen Eßgewohnheiten der Eingeborenen Tahitis, die Menschen verzehren. So werde einmal die "fachkundige Zubereitung einer Wange" geschildert - was interessanterweise nicht bei allen Matrosen Abscheu erregt. Schneider lobt den Stil Kollenders, der dem "anspruchsvollen Stoff gewachsen" sei. Was ihm jedoch mit der Zeit auf die Nerven geht, ist die politische Korrektheit des jungen Helden: statt des aufgeklärten Humanismus, der den echten Forster auszeichnete, biete Kollenders Forster nur eine "Jedermannstoleranz". Für eine Romanfigur keine sehr aufregende Eigenschaft, findet Schneider.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.07.2000

"Teori" sei das auf Tahiti gebräuchliche Kürzel für Georg, verrät "KHK" in seiner Kurzbesprechung. Teori alias Georg steht wiederum für Georg Forster, der seinen Vater in jungen Jahren auf eine Forschungsreise nach Tahiti begleitete. Kollender, der mit diesem Roman sein literarisches Debüt abgibt, nahm die Aufzeichnungen Forsters als Vorlage, nimmt sich jedoch die Freiheit, "gleichsam hüpfend", wie "KHK" schreibt, in Rückblenden oder Vorgriffen den Stoff auszubreiten und facettenreich miteinander zu verknüpfen. Ein Entwicklungsroman im klassischen Sinne, meint "KHK", insofern der sexuelle und intellektuelle Reifungsprozess des jungen Mannes mitsamt der Rebellion gegen den Vater beschrieben werde.

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