Herausgegeben von Elisabeth Décultot, Jana Kittelmann, Andrea Thiele und Ingo Uhlig. Weltumsegler, im Feld forschende Naturhistoriker und Ethnologen, Gelehrte - Johann Reinhold (1729-1798) und sein Sohn Georg Forster (1754-1794) trugen grundlegend zur Erschließung außereuropäischer Welten bei. Durch Sammeln, Ordnen, Zeigen, Zeichnen, Transportieren und Präparieren sowie durch Schreiben und Übersetzen haben sie einen erheblichen Anteil an dem Prozess genommen, der die zusammen mit James Cook erkundeten Räume in Wissensgegenstände verwandelte. Insofern waren die Forsters Produzenten: Das arkadische O-Tahiti und die Freundschaftlichen Inseln oder die düsteren Gestade - der Charlotten-Sund und die verschneite Ödnis Feuerlands - sind zum einen tatsächlich in Augenschein genommene Orte, zum anderen sind es Gegenstände und Ergebnisse von Gestaltungsprojekten. Der vorliegende Band erschließt das Geflecht der Arbeitsfelder von Johann Reinhold und Georg Forster. In den Blick genommen werden die Materialitätsgeschichte der Aufklärung im Bereich der Sammlungs- und Objektpraxis sowie die sammlungsrelevanten Infrastrukturen und Institutionen des aufgeklärten Wissens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2020
Urs Hafner gewährt der von Elisabeth Decultot, Jana Kittelmann, Andrea Thiele und Ingo Uhlig herausgegebene Band Einblicke in die Abenteuer der "Weltensammler" Johann Reinhold und Georg Forster, die 1772 per Schiff um den Globus fuhren. Was die Naturforscher dort unterwegs erfuhren und sammelten und wie daraus die deutsche Ethnologie entstand, davon berichten die im Band enthaltenen Kongress-Beiträge laut Hafner. Unter anderem weist Emmanuel Hourcade ihm in einem Text nach, dass Forster erkannte, dass Menschen von Geburt an gleich sind, ob in Europa oder in der Südsee.
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