Seit Jahren siedeln sich junge Rechtsextreme bewusst in ländlichen Regionen an, um dort generationsübergreifend "nationale Graswurzelarbeit" zu betreiben. Dieser unauffällige Aktionismus ist gegen die moderne und liberale Gesellschaft der Großstädte gerichtet, es herrschen alte Geschlechterbilder und autoritäre Erziehungsmuster vor. Die Aussteiger von rechts betreiben ökologische Landwirtschaft, pflegen altes Handwerk und nationales Brauchtum, organisieren Landkaufgruppen und eigene Wirtschaftsnetzwerke, die bundesweit agieren. Sie bringen sich in örtlichen Vereinen ein und gehen in die lokale Politik, um Umweltschutz mit "Volksschutz" zu verbinden und eine angebliche "Überfremdung " zu verhindern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2019
Angelika Benz lobt das Buch von Andrea Röpke und Andreas Speit als wichtigen, detailreichen Überblick über die Szene der völkischen Siedler. Im besten Sinn aufklärerisch findet sie, dass die Autoren verdeutlichen, dass Öko und Rechtsradikal kein Widerspruch sein müssen, und wie sie Projekte völkischer Landnahme vorstellen und die Gefahr dahinter zu verstehen versuchen. Der politische Sinn von Jugendfahrten und Wilhelm-Tell-Aufführungen im Sinne von "nationaler Graswurzelarbeit" wird für Benz bei der Lektüre sichtbar, ebenso die zunehmende "Entgrenzung des Milieus" nach den Erfolgen der AfD.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2019
Anna Vollmer erfährt bei Andrea Röpke und Andreas Speit Wissenswertes über das Interesses völkischer Bewegungen an Natur- und Umweltschutz und dessen historische Ursprünge. Die beiden Autoren kennt sie als Experten für Aspekte des Rechtsextremismus. Entsprechend detailliert und unterfüttert mit Beispielen vermögen die Autoren zu zeigen, wie die Völkischen den ländlichen Raum erobern, schreibt Vollmer. Auch wenn die Rezensentin vor lauter Namen, Gruppierungen und Kurzbiografien den Überblick zu verlieren droht, das im Buch vorgestellte "Sammelsurium" kurioser Figuren der Szene von strammen Neonazis bis zu Esoterikern und Anhängern der Grünen macht für sie deutlich, welch breites Spektrum die Bewegung umfasst.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…