Andra Schwarz' zweiter Gedichtband TULPA entfaltet in dicht komponierten Zyklen eine unheimliche Bildwelt, düster und verstörend, immer dem Alb nah und dem Mond, der das Alter Ego des lyrischen Ichs umkreist. Ob als imaginärer Elefant, Zwilling, Misch- oder Unwesen spielt es mit wechselnden Figuren, Bezügen und Perspektiven. Die Gedichte folgen einer dunklen Stimme, die sich wie ein Parasit in die Verse frisst, auf- und wieder untertaucht, Fallen stellt und so ein undurchsichtiges Schattenspiel entwirft.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.07.2023
Gleich zwei neue Lyrikveröffentlichungen der aus dem Sorbischen stammenden Dichterin Andra Schwarz darf Rezensent Helmut Böttiger auf sich wirken lassen: Sowohl "Tulpa" mit acht Gedichtzyklen als auch das kleine Bändchen "Meteor" entführen ihn in eine Welt der Düsternis, in eine bedrückende, als dezidiert osteuropäisch markierte Erfahrung von Abgründigkeit und Mystik. Die zum Teil von Ingeborg Bachmann, Sylvia Plath und David Lynch inspirierten Gedichte lassen Böttiger eine Bedrohung erkennen, der sich diese Dichterin, so der bewundernde Rezensent, ins Auge blickt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2023
Rezensent Christian Metz ist von den Gedichten, die der offenbar tieftraurigen Gefühlswelt Andra Schwarzs entspringen, begeistert. Besonders der letzte Zyklus scheint es ihm angetan zu haben, in dem die Lyrikerin zeigt, wie eine Depression erst ein Individuum und dann sein Umfeld geradezu befällt, wobei sich Schwarz an andere Lyrikerinnen wie Sylvia Plath oder Ingeborg Bachmann anlehnt. Auch David Lynch oder unheimliche tierische Gestalten tauchen auf: "ich werde von fremden Summen regiert/eifrige honigbienen greifen dich an/ ein schwärmen an sieben tagen", zitiert Metz. Die Gedichten speisen sich größtenteils aus dem "Verfall", räumt Metz ein, aber sind eben auch Ausdruck einer "aktuell überaus virulenten Gefühlswelt", schließt er.
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