Statt Gedichte gibt es in "JUMP 'N' RUN Computerspiel-Level - und anstelle von Zyklen werden wir in acht unterschiedlichen Spielwelten herausgefordert. Diese tragen Titel wie "Gated Community" oder "Lunatic Asylum", was bereits andeutet, dass es bei Christian Schloyer nicht nur spielerisch zugeht: Seine bildgewaltige Lyrik handelt mitunter vom Wahnsinn als Ende aller Sinnsuche - und von einer apokalyptischen Menschheitsdämmerung als Folge technischen Fortschritts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2017
Christian Schloyers Gedichtband "Jum 'n' Run" sieht aus wie die schlichten Computerspiele aus den achtziger Jahren, als man seinen Spieler nur Gänge entlang und Treppen hinauf von einem Level ins nächste folgte. Und Philipp Bovermann erkennt, dass es auch so gemeint ist: Als Leser turnt man sich seinen eigenen Weg durch diese Gedichte Schloyers, von der ersten Ebene "Testumgebung im Himmel" bis zu den "chemtrails der apokalyptischen reiter" auf Level 57. Viele schöne Ideen entdeckt der Rezensent, auch wenn er eigentlich nie richtig weiß, wo er sich gerade befindet. Noch lieber wären ihm gewesen, wie er einräumt, diesen "Jump 'n' Run" ohne Jump 'n' Rund zu lesen.
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