Herausgegeben von Andreas Gutsfeld und Winfried Schmitz. Wie gestalteten sich in der griechischen und römischen Gesellschaft die Beziehungen zwischen den Generationen? Wie sehen die Altersbilder in Gesellschaften mit einer sehr niedrigen durchschnittlichen Lebenserwartung aus? Wurden die Alten in solch "jungen Gesellschaften" an den Rand gedrängt oder genossen sie eine besondere Hochachtung? Spottete die Gesellschaft über sie, wenn sie die Ansprüche an körperliche Ideale nicht mehr erfüllten, oder genossen sie aufgrund ihres Wissens, ihrer Erfahrung und ihrer Lebensweisheit hohes Ansehen? Das Buch zeigt: Die Antike kennt nicht nur ein Bild des Alters. Auch in der Antike ist das Bild der Alten ambivalent, widersprüchlich, einem Wandel unterworfen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2003
"Höchst informativ" findet Rezensent Wolfgang Schuller diesen von Andreas Gutsfeld und Winfried Schmitz herausgegebenen Sammelband, der sich der Frage widmet, wie man in der griechisch-römische Antike über die alten Menschen dachte und man sie behandelte. In nahezu chronologischer Ordnung unterrichte der Band über Gerontologisches im klassischen Athen, in Sparta, im Hellenismus, in der römischen Republik, in der Kaiserzeit und schließlich im frühen Christentum. Ein "Epilog" ziehe die Summe aus den Untersuchenden, wobei Generalisierendes kaum gesagt werden könne. "Ganz generell" kann Schuller zufolge immerhin zweierlei gesagt werden: zum einen definierte sich das Alter weniger nach der Anzahl der Lebensjahre, sondern nach der Funktion der betreffenden Personen in Haus und Gesellschaft, zum anderen wurden die Alten im allgemeinen einfach nicht mehr gebraucht und genossen daher wenig Ansehen. Schuller fügt allerdings hinzu, dass die tatsächliche Behandlung der Alten schichtspezifisch stark von einander abwich.
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