Der Bezug auf "unsere Pflichten gegenüber künftigen Generationen" ist eines der kraftvollsten, emotionalsten und effektivsten Argumente, das Politikern und Bürgern zur Verfügung steht. Die exakte Art und der Umfang dieser Pflichten sind allerdings unklar. Sind wir kommenden Generationen überhaupt etwas schuldig? Wenn ja, wie groß ist der Umfang unserer Pflichten? Und auf welche Ressourcen oder Güter beziehen sie sich?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2013
John Rawls hatte in seiner "Theorie der Gerechtigkeit" das Problem der Gerechtigkeit zwischen verschiedenen Generationen als eine große Hürde jeder ethischen Überlegung bezeichnet, weiß Michael Pawlik, und genau diese Hürde beabsichtigt Jörg Tremmel mit seinem Buch "Eine Theorie der Generationengerechtigkeit" nun zu nehmen. Er bedient sich hierzu des Rawls'schen Begriffsapparats, insbesondere des "Schleiers des Nichtwissens", erklärt Pawlik. Tremmels Überlegungen führen ihn zu dem Schluss, dass die einzige Schuldigkeit einer Generation gegenüber der folgenden darin besteht, dieser den Spielraum für eine mögliche eigene Entfaltung nicht zu verstellen, was im Einzelnen für Tremmel heißt: "Kriege und andere menschengemachte Katastrophen" sind zu vermeiden. Dem Rezensent stellt sich die Frage, ob Tremmel sich der Folgen bewusst ist, die eine Umsetzung seiner normativen Gedanken fordern würde. Auch argumentiert Tremmel mit abstrakten Generations-Subjekten, deren Nutzen der Autor im jeweiligen Durchschnitt verstanden wissen will - Pawlik erinnert das stark an den Utilitarismus, von dem Rawls sich besonders abgrenzen wollte. Die Hürde ist höchstens umlaufen, findet der Rezensent.
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