Alina Bronsky, Denise Wilk

Die Abschaffung der Mutter

Kontrolliert, manipuliert und abkassiert - warum es so nicht weitergehen darf
Cover: Die Abschaffung der Mutter
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2016
ISBN 9783421047267
Gebunden, 256 Seiten, 17,99 EUR

Klappentext

Was ist das Muttersein unserer Gesellschaft wert? Eine Schwangerschaftsvorsorge, die in Entmündigung gipfelt. Geburten, bei denen es vor allem um eines geht: (Kosten-)Effizienz. Ein Wochenbett, das seinen Namen nicht mehr verdient. Stillen nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit und keinesfalls zu lange. Väter, die versuchen, die bessere Mutter zu sein. Eine Politik, die alles dafür tut, Kinder so schnell wie möglich in die Krippe zu stecken. Die Verunsicherung von Müttern als Geschäftsmodell. Wertschätzung? Unterstützung? Fehlanzeige. Wer sich heute als Frau für ein Kind entscheidet, der muss verrückt sein, so könnte man meinen. Denn Mütter werden in unserer Gesellschaft zunehmend bevormundet, kleingehalten und überwacht. Jegliche Kompetenz mit dem eigenen Kind wird ihnen abgesprochen. Wer im Beruf ernstgenommen und von seinem Umfeld anerkannt werden möchte, der lässt seine Bedürfnisse als Mutter unter den Tisch fallen. Denn eines will man auf gar keinen Fall sein: eine Glucke.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.04.2016

Ralf Bönt ist gewiss nicht gewillt, Alina Bronsky und Denise Wilks Mutterplädoyer mit reiner Affirmation zu lesen. Stattdessen prüft er die ihm als hyperegoistische, antimoderne Auswüchse des Feminismus erscheinenden Thesen der Autorinnen zum Muttersein heute und stellt fest: Alles ohne Hand und Fuß, also ohne Argumente und Analysen. Schief scheint ihm nicht nur die Auswahl der Indizien durch die Autorinnen, auch die daraus resultierende Markt- Ärzte- und Vaterschelte findet Bönt hanebüchen, und nimmt sie als Ausdruck des unbedingten Willens zur Macht der Mutter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2016

Katharina Teutsch wittert Verschwörungstheoretisches in Alina Bronskys und Denise Wilks Kampfschrift für eine freie Mutterschaft. So schlecht kann es der deutschen Mutter gar nicht gehen, wie die Autorinnen ihre Verteidigung aufziehen, meint Teutsch. Weder die im Band behauptete Mutterfeindlichkeit in der S-Bahn noch die latente Bedrohung der Mutter beim Arzt und in der Klinik kann Teutsch nachvollziehen. Nichts als Dämonisierung, wo sich die Rezensentin ausführliche Problematisierung gewünscht hätte. Teutsch findet das äußerst schade, weil sie durchaus bedenkenswerte Themen im Zusammenhang mit Mutterschaft kennt, den Niedergang der Hebammenschaft etwa. Derartiges aber sucht sie in diesem Buch vergeblich.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 05.03.2016

Die Schriftstellerin Alina Bronsky und die Doula Denise Wilk wehren sich in ihrem Buch "Die Abschaffung der Mutter" gegen die von ihnen beobachtete Tendenz in der Gesellschaft, Müttern immer mehr in den Kram zu reden, erklärt Iris Alanyali. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Freunde, Väter - von beinahe allen Seiten gerät die klassische Mutter in Bedrängnis, muss sich untersuchen und überprüfen lassen und allerorts rechtfertigen, fasst die Rezensentin zusammen. Die Autorinnen sprechen einige Punkte an, die man nicht leichtfertig vom Tisch fegen sollte, so Alanyali. Allerdings findet die Rezensentin es unlauter, für das eigene Rollenbild Toleranz und Schutz einzufordern, alternative Vorstellungen aber unter der Hand zu attackieren und ihnen nicht die gleiche Reverenz zu erweisen.
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