Arthur Schopenhauer, der sich vom Publikum verkannt und von den Kollegen verfolgt fühlte, hielt dennoch unbeirrt an seiner Selbsteinschätzung als Vollender der Philosophie fest. Doch weniger von der Philosophie ist in Alfred Estermanns Buch die Rede als von Schopenhauer selbst, von seinem Leben und Nach-Leben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2001
Ziemlich enttäuscht ist Edo Reents von dem Buch, das sechs Aufsätze des ehemaligen Leiters des Frankfurter Schopenhauer-Archivs enthält und von dessen Untertitel er sich mehr und Unterhaltsameres versprochen hat. In seiner kurzen Kritik ärgert er sich über die Kleinkariertheit des Autors, der sich bei "Nebensächlichem" wie Fragen der Datierung aufhält und dafür über "Grundsätzliches" allzu geschwind hinweggeht. Zudem findet der Rezensent, dass zu viel bereits Bekanntes in den Texten wiedergekäut wird und abschließend nennt er den Autor schlicht einen "Erbsenzähler", der auch noch zu "Affektiertheiten" neigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2000
Glaubt man Martin Stingelin, so dürfte es kaum einen intimeren Kenner der Schriften Schopenhauers geben als Alfred Estermann, der lange Zeit als Leiter des Schopenhauer-Archivs der Stadt- und Universitätsbibliothek in Frankfurt am Main arbeitete und hier sechs Studien zum Philosophen vorlegt. Besonders geht Stingelin dabei auf Estermanns Text über Schopenhauers Entwürfe zu den Vorreden ein, die Schopenhauer für die Dritt- und Viertauflagen seiner "Welt als Wille und Vorstellung" geschrieben hat. Hier tritt man nach Stingelin ein in die Schreibwerkstatt des Philosophen und lernt anhand seiner offensichtlich sehr genau geschilderten Textgenese die innersten Zellen von Schopenhauers Denken kennen. Aber auch über die Ikonogaphie zu Schopenhauer oder das Verhältnis zu seinem Jugendfreund Anthime Grégoire de Blésimaire ist hier Näheres zu erfahren. Ein "bleibendes Denkmal" hat Estermann dem Philosophen hier gesetzt, schließt Stingelin.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…