Klaus Berger

Von der Schönheit der Ethik

Cover: Von der Schönheit der Ethik
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783458172987
Kartoniert, 167 Seiten, 16,80 EUR

Klappentext

"Schönheit", so heißt es bei Thomas von Aquin, "ist der Glanz der Ordnung". Ordnung hat immer auch eine ästhetische Qualität, wie umgekehrt die Schönheit von geordneten Strukturen, von Gesetzmäßigkeiten bestimmt ist. Davon ausgehend stellt Klaus Berger die Frage, ob nicht auch die höchste Kunst, die Kunst, glücklich, und gerecht zu leben, insgesamt etwas zu tun hat mit der ästhetischen Gestaltung und Wahrnehmung der Welt. Nach einer Skizze der verschiedenen Ethik-Modelle in Geschichte und Gegenwart entwickelt Berger seine eigene Perspektive. Dabei geht es ihm weniger um die Probleme der Alltagsmoral als um grundsätzliche Fragen, deren Beantwortung jeder Ethik vorausgeht: Wie kann man notwendige Normen verankern in dem, was ein Mensch tatsächlich erlebt, denkt und tut? Kann es überhaupt allgemeingültige Regeln geben, die den ganzen Menschen in seiner Widersprüchlichkeit erfassen? Klaus Bergers Versuch einer Grundlegung der Ethik erfolgt aus dem Geist der Religion. Bergers Position ist radikal, und in diesem Sinne deutet er auch die Gebote der Bibel, die in ihrer Schärfe für die europäische Kultur noch immer wirksamer sind als Philosophie und Theologie gelegentlich erklärt haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.08.2006

Manfred Geier liest Klaus Bergers theologisch begründete Ethik als Liebeserklärung an dessen Frau und kann nicht anders, als ihm dazu zu gratulieren. Bergers eigensinnige Mischung aus Ästhetik, Ethik und Erotik will er im übertragenen Sinn verstanden wissen. Denn wörtlich genommen hat man es seines Erachtens doch mit einem ziemlich durchwachsenen Werk zu tun: "gedanklich verworren", "begrifflich assoziativ", "stilistisch unausgereift". Nein, sinnvoll erscheint Geier das Werk nur, wenn man es psychoanalytisch als "manifesten Ausdruck eines latenten Gedankens" versteht, sprich als Bergers Ausdruck der Liebe zu seiner Frau. Die Antwort, was das alles soll, bleibt Geier allerdings schuldig.
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