Aus dem Spanischen von Hildegard E. Keller. Das Lied "Alfonsina y el mar" ging mit Mercedes Sosa um die Welt, doch wer kennt Alfonsina Storni, eine der Wegbereiterinnen der lateinamerikanischen Literatur in Argentinien? Dieser Band legt erstmals Erzählungen, Kolumnen, Essays, Aphorismen und Gedichte auf Deutsch vor, die für Stornis Selbstverständnis, ihre Tessiner Herkunft und ihr Naturverständnis bedeutsam sind, darunter auch einige Neuentdeckungen. Rund 20 Jahre lang schrieb Alfonsina Storni für argentinische Wochenzeitschriften und Zeitungen. Darin erforschte sie die Goldenen Zwanziger Jahre in Buenos Aires, sie beobachtete die Menschen im Großstadtdschungel, die Frauen, die Männer, beim Flanieren, beim Shopping, beim Tango, aber vor allem bei der Arbeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2014
Dankbar ist Miriam Hefti für diese Ausgabe mit Kolumnen, Essays, und kurzen erzählenden Texten der aus dem Tessin stammenden, in Buenos Aires gestorbenen Schriftstellerin und Feministin Alfonsina Storni. Dass die vielseitige Autorin einem breiten Publikum nun erstmals nicht nur als Lyrikerin sichtbar gemacht wird, findet sie überfällig. In den Texten zeigt sich Storni der Rezensentin als höchst moderne Beobachterin des Großstadtlebens mit seine sozialen Ungerechtigkeiten. So ätzend die Autorin laut Hefti in ihren provokanten Stücken auch werden kann, den Sinn für leise Zwischentöne behält sie doch stets, versichert die Rezensentin.
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