Alfons Kaiser

Karl Lagerfeld

Ein Deutscher in Paris
Cover: Karl Lagerfeld
C.H. Beck Verlag, München 2020
ISBN 9783406756306
Gebunden, 383 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Was steckt hinter dieser überlebensgroßen Figur, die trotz aller Kommunikationslust die eigene Lebensgeschichte geheim hielt? Alfons Kaiser, seit langem mit dem legendären Modemacher bekannt, kommt in dieser Biographie dem Menschen Lagerfeld nahe: dem frühreifen Jungen, der lieber auf dem Dachboden zeichnete, als mit Altersgenossen zu spielen; dem Sohn, der mit seinen Eltern stritt, aber nie von ihnen loskam; dem Konkurrenten von Yves Saint Laurent, den er am Ende überstrahlte; dem Bruder, Onkel, Freund - und schließlich dem Partner von Jacques de Bascher, der großen Liebe seines Lebens.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2021

Rezensentin Marion Löhndorf empfiehlt wärmstens Alfons Kaisers Lagerfeld-Biografie, die für sie zum Besten gehört, was über den Meister geschrieben wurde. Mit viel Sympathie und doch auch mit Blick für die Unaustehlichkeiten des Exzentrikers geht der Autor laut Löhndorf zu Werke, berichtet "amüsant", "schwungvoll" und "elegant" wie eine Zeichnung Lagerfelds vom Menschlichen hinter der Zopffassade, vom kleinen Karl Otto, der Beziehung zu seiner Mutter, von seinem Aufstieg in den Modehimmel und von seinen Einflüssen auf andere Modeschöpfer. Das erkleckliche (Branchen-)Wissen des Autors bleibt dabei dezent, aber wirksam, findet die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2020

Wenigstens ein bisschen ambivalent sieht Rezensentin Andrea Gnam diese Biografie - wie auch den ganzen Karl Lagerfeld. Dessen Selbstinszenierungen ist der Autor, der Lagerfeld kannte, nicht auf den Leim gegangen, erkennt Gnam an, er korrigiere sogar einige Legenden und kommentiere durchaus "süffisant" die aufs Messianische aufgeblähten Mode- und Selbstinszenierungen des "Alleskönners", der mit harter Hand und einigem Geiz sein Imperium führte. Gnam erkennt durchaus Lagerfelds Fähigkeit zur Selbstironie, sein designerisches Genie bleibt ihr jedoch fremd - ob das an ihr oder am Autor liegt, kann man schwer entscheiden, weil sie über die eigentliche Arbeit Lagerfelds, und ob die im Buch beschrieben wird, kein Wort verliert. Für die Kritikerin zählt vor allem, dass sich der Autor offenbar nicht von der luxuriösen Atmosphäre von Mode und Kunst, Stil und Lebensstil emanzipieren konnte. Denn erst aus Anlass des Todes von Lagerfeld will der Biograf der Modewelt - der die Kritikerin Stichwörter entgegen hält wie: verschwenderischer Umgang mit Ressourcen und essgestörte Models - ein Ende der Unschuld bescheinigen.

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