Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Oliver Lubrich. Dass der Naturforscher und Reiseschriftsteller Alexander von Humboldt auch Zeichner und Grafiker war, ist wenig bekannt. Rund 1.500 Abbildungen begleiten seine Schriften. Humboldts Bilder sind ebenso vielfältig wie seine Interessen: Als Ethnologe und Kulturwissenschaftler skizzierte er Menschen, Gebäude und Alltagsgegenstände. Als Botaniker, Zoologe und Anatom zeichnete er Pflanzen, Tiere und Körperdetails. Als Geologe, Geograf und Kartograf erfasste er Gebirge, Gewässer und Kontinente. Dieser Band macht das grafische Gesamtwerk erstmals allgemein zugänglich. Eine Einleitung des Humboldt-Spezialisten Oliver Lubrich und ein Anhang mit Werkübersicht, Bildbeschreibung und Zeittafel ergänzen die Edition.
Matthias Glaubrecht zeigt sich überwältigt von diesem schmucken Band mit dem grafischen Gesamtwerk Alexander von Humboldts. Humboldts zeichnerisches Vermächtnis erstmals vollständig versammelnd, bietet ihm die bibliophile, alle Kassandra-Rufe über den Tod des gedruckten Buches widerlegende Ausgabe eine Sammlung sämtlicher Motive, die Humboldts Texte begleiteten und das Bildgedächtnis seiner Zeit prägten, wie Glaubrecht schreibt. Darüber hinaus gibt der Band dem Rezensenten einen Einblick in die Praxis der grafischen Arbeit allgemein und den Weg der Skizzen und Zeichnungen innerhalb von Humboldts wissenschaftlicher und, wie sich dem Rezensenten nun eröffnet, paratextueller, transmedialer Arbeitsweise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2014
Alexander Kosenina denkt über den Kannibalismus nach. Die in dem vom Humboldt-Spezialisten Oliver Lubrich herausgegebenen "opulenten" Band enthaltenen Zeichnungen von Pflanzen und Tieren, Landschaften und Karten regen ihn dazu an kulturelle Vergleiche anzustellen, zwischen dem Selbstverständnis Alexander von Humboldts und seiner Leute einerseits, der Darstellung der fremden Welt und ihrer Gebräuche andererseits. Die Stiche und Lithografien im Band bezeugen dem Rezensenten also viel mehr als den "gewaltigen" Interessenhorizont Humboldts.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…