Sie ist insgesamt über 3000 Kilometer lang und soll - geht es nach Donald Trump und seinen Anhängern - endgültig den Zustand einer veritablen Befestigungsanlage erreichen: "La Frontera", wie die Grenze zwischen Mexiko und den USA genannt wird, aufgerüstet zum Bollwerk gegen den armen Süden und die von dort einströmende illegale Migration in den reichen Norden. So weit die Rhetorik, die viel weiter ist als die faktische Realität. Das gigantomanische Projekt ist noch nicht in Angriff genommen - lediglich die Test-Errichtung von prototypischen Mauersegmenten bei San Diego ist mit gebührendem Medienpomp begleitet worden. Für den vielleicht noch lang anhaltenden Moment wichtig aber ist schon einmal das damit gegebene Signal: wir drinnen, ihr draußen. Ganz das Klischee von der Grenze als Schutzwall gegen alles Unerwünschte von draußen. Dieses medial vermittelte schlichte Bild steht in einem grotesken Gegensatz zur vorhandenen Vielschichtigkeit, in der sich diese "Grenze aller Grenzen" präsentiert. Nie ist eine Grenze einfach nur linearer Verlauf. Immer und in jeder Hinsicht ist sie soziales Konstrukt und spiegelt als solches die Gesellschaft und schließlich sich selbst. Sie selbst wird zum Medium, das sich durch gelebten Alltag, Kunst und Kulturprojekte genauso verändert wie durch Ökonomie und Politik und nicht zuletzt durch Drogenkartelle, Gewalt und Tod.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2018
Michael Hochgeschwender kritisiert an Alexander Gutzmers Untersuchung der Grenze zwischen Mexiko und den USA das Fehlen von historischer Tiefenschärfe und ein Zuviel an Theorie. Der Versuch einer dekonstruktivistischen Analyse der Grenzproblematik geht laut Rezensent nicht tief genug und nimmt seine Ergebnisse immer schon vorweg. Die Kontinuitäten im Grenzkonflikt werden so nicht sichtbar, meint er. Am besten findet er das Buch, wenn der Autor eigene Erfahrungen einfließen lässt.
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