Alexander Gorkow

Mona

Roman
Cover: Mona
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2007
ISBN 9783462039153
Gebunden, 208 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Blum, Spezialist für Kühlkettensysteme in einer Münchner Firma, fliegt für einen Auftrag nach Bukarest. Dort trifft er nicht nur auf den Besitzer einer Schlachthofkette und dessen sechs Handlanger, sondern auch auf: Mona. Eine Begegnung, die ein Blaufeuer der Liebe entfacht, in deren Folge es bedauerlicherweise zu ein paar Leichen kommt. Kein Preis ist zu hoch für die wahre Liebe. Innere Stabilität ist dem Naturwissenschaftler Blum wichtig. Problemen geht er nach Möglichkeit aus dem Weg, mit Frauen übt er sich lieber in der Kunst der schönen Gymnastik als des schönen Gesprächs.
Wie eine Naturgewalt bricht da Mona in sein Leben ein. Dabei ist er aus beruflichen Gründen in Bukarest: Er soll sicherstellen, dass der kreuz und quer durch Rumänien führende Transport von Schlachttieren kühlungstechnisch einwandfrei vonstatten geht. Dass Blum bei diesem Auftrag nicht nur die rumänische Gesamtstromlage falsch einkalkuliert, sondern auch das Geschäftsgebaren der Rumänen nicht richtig einzuschätzen weiß, führt zu, nennen wir es: Komplikationen. Es gibt ein böses Erwachen in einer Kühlkammer, einen Ausflug nach Paris, ein Festdiner mit Freunden und Gästen aus der Fremde - und auf einmal sechs Leichen...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2007

Ein Kühlkettensystem-Ingenieur namens Blum ist der Held dieses Buches, und Rezensent Tobias Rüther ist zunächst froh darüber, weil's endlich mal kein Intellektueller ist. Der ziemlich schräge Plot von Rumänienreise, Liebe zur rätselhaften Mona, ihr Verlust, Flucht und Beseitigung der Bösen nötigen dem Rezensenten durchaus Respekt ab. Aber wichtiger ist ihm die Sensibilität des Autors in Sachen Sprache. Man merke Alexander Gorkow des öfteren seine Herkunft aus dem Journalismus an, was in diesem Fall glücklicherweise eine besonders empfindliche Allergie gegen Floskeln und Sprachnormierung bedeute. Wirklich angerührt hat den Rezensenten vor allem aber die zweite Hälfte des Romans. Hier werde "dieses nervöse, oft etwas unkonzentrierte Buch" ruhiger und überführe den Text in eine "schön-traurige Lakonie". Das Kühlkettensystem entziffert Rüther am Ende als düstere Metapher, die der jüdischen Kindheit Blums in Deutschland geschuldet sei. Dass damit allerdings die Blumsche "Paranoia" dem Rezensenten "viel rätselhafter als die seltsame Liebe zu Mona" wird, scheint uns am Ende verblüffend.
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