Bonn wurde nicht Weimar, aber was ist Berlin? 60 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik und 20 Jahre nach dem Fall der Mauer stellt sich die Frage nach den Folgen der Jahrhundertzäsur von 1989. Was unterscheidet die "Bonner" von der "Berliner Republik"? Und gibt es die Bundesrepublik überhaupt noch - oder nur noch Deutschland? Albrecht von Lucke erhellt in seinem neuen Buch, inwieweit auf dem Weg von Bonn nach Berlin die "Republik" auf der Strecke geblieben ist - und mit ihr die größten Errungenschaften der Bonner Jahre: Verfassungspatriotismus und Entfeindung, nach außen wie nach innen. Im Zusammenspiel von Eleven Nine, dem 9. 11. 1989, und Nine Eleven, dem 11. 9. 2001, wie mit dem Verlust des westlichen Wohlstands erodieren die republikanischen Prinzipien, kehren die alten Freund-Feind-Gegensätze wieder. Der gesellschaftliche Zusammenhalt schwindet - und damit die Zukunft unserer Demokratie.
Verhalten äußert sich Rezensent Robert Misik über Albrecht von Luckes Streitschrift "Die gefährdete Republik. Von Bonn nach Berlin". Dass die Bonner Republik Ergebnis von Selbstzweifeln und gerade deshalb eine "geglückte Demokratie" war, scheint ihm noch einsichtig. Etwas "alarmistisch" aber mutet ihn die These des Autors vom Verlust der Republik in der Gegenwart an. Überhaupt: die Gegenüberstellung der guten alten demokratischen Bonner Republik und der neuen, angeblich extrem gefährdeten Berliner wirkt auf Misik doch etwas holzschnittartig. Zwar hält er einige von Luckes Ansichten durchaus für richtig. Aber er betont, dass auch in der Bonner Republik nicht alles Gold war, was uns heute im Nachhinein glänzend erscheint.
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