Helmut Koopmann

Goethe und Frau von Stein

Geschichte einer Liebe
Cover: Goethe und Frau von Stein
C. H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406486524
Gebunden, 282 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die Liebesgeschichte zwischen Charlotte von Stein und Johann Wolfgang Goethe ist einzigartig. Was an dieser Liebe ist Fiktion, Traum, Wunsch, Sehnsucht, was ist Wirklichkeit? Goethes Traum ist es, Charlotte möge mit ihm nach Italien gehen. Sie kann es nicht, will es nicht. Aber er nimmt sie dennoch mit, in Gedanken, schreibt ihr Briefe, als erreichten diese sie noch am gleichen Tag. Aus der Geliebten wird eine Seelenfreundin, eine Gefährtin in seiner Phantasie. Illusion und Wirklichkeit entfernen sich immer weiter voneinander. Helmut Koopmann folgt in diesem Buch den Spuren der beiden Liebenden. Er erzählt, wie diese Liebe begann, von ihrer Intensität und von ihren Irrungen und Wirrungen, und er schildert ihr Ende, das für Charlotte gewiss eine größere Katastrophe darstellte als für Goethe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2002

Über Goethes Liebesleben ist viel sinniert worden, weiß Manfred Koch und zeigt sich daher überhaupt nicht überrascht, dass auch Helmut Koopmann ein Buch über Goethes Beziehungen beisteuert. Koopmanns "Favoritin" heißt Charlotte von Stein. Das heißt, berichtet der Rezensent, dass Koopmann in seinem Buch Stein zur großen Liebe des Dichters stilisiert. Dabei ist der Autor Goethes eigener Legendenbastelei zum Opfer gefallen, glaubt Koch. Kritiklos nehme er die Selbstdarstellung Goethes auf und leite daraus ab, dass alle andere Frauen im Leben des Schriftstellers lediglich "Amouren" gewesen seien. Weder an die "Ausschließlichkeit" dieser Liebe, noch an die "subjektive Ergiebigkeit" für Goethes Schaffen - wie Koopmann es darstellt - mag der Rezensent glauben. Goethe war viel zu sehr damit beschäftigt, am Weimarer Hof gut anzukommen, denkt Koch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2002

Das Liebesverhältnis Johann Wolfgang von Goethes mit der sieben Jahre älteren verheirateten Charlotte von Stein versetzt die Gemüter seit mehr als 150 Jahren "in Wallung" und spaltet die Forscher in Goethe-Verteidiger und -Ankläger, weiß Hans-Jürgen Schings. Dabei stellt sich die Quellenlage als ausgesprochen schwierig dar, so der Rezensent, denn von Stein hatte nach dem Ende der Liaison ihre Briefe von Goethe zurückgefordert und vernichtet, so dass für eine Analyse heute lediglich 1600 Zettelchen, Botschaften, Billetts und Briefe des großen Denkers erhalten geblieben sind. Auf dieser Basis versuche nun Helmut Koopmann eine nähere Beschreibung, die er zunächst auch "sensibel, geduldig und nobel" angehe, aber dann, ärgert sich Schings, bezichtige er doch vor allem Goethe, die Bindung zu von Stein für ein eher egozentrisch ausgerichtetes Projekt genutzt zu haben. Mit dieser Deutung ist der Rezensent überhaupt nicht einverstanden, zumal, gibt er zu bedenken, die einseitige Quellenlage überhaupt nicht zulasse, solch harte Urteile über Goethe zu sprechen. Der Autor habe, meint der Rezensent, die Protagonisten "seiner Liebesgeschichte entschieden unterschätzt".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.03.2002

Recht enttäuscht wirkt Burkhard Müller nach der Lektüre der Abhandlung von Helmut Koopmann. Der Autor wollte, berichtet der Rezensent, das Intimleben Johann Wolfgang von Goethes mit Charlotte von Stein näher beleuchten. Das sei ihm aber nicht gelungen. Koopmann berufe sich hauptsächlich auf die Briefe Goethes, die hinlänglich bekannt seien und damit nichts Neues ans Tageslicht brächten, moniert der Rezensent. Außerdem hat ihn die Liebesprosa ermüdet, denn schließlich bewege diese Gattung meistens nur diejenigen, denen sie gewidmet sei. Nur ganz selten komme Koopmanns wissenschaftliche Klugheit und Sensibilität zum Tragen, etwa, wenn er ein von Goethe gemaltes Kreideporträt der Geliebten deute. Enttäuschend findet der Rezensent die Parteinahme des Autors für Stein - ganz unbeteiligt sei sie am Bruch der Liebesbeziehung auch nicht gewesen, findet Müller. Er beklagt sich auch über die Schlussbetrachtungen des Autors, die man auch ruhig hätte streichen können. Die Kardinalfrage, wie intim das Paar denn nun miteinander geworden war, merkt Müller leicht süffisant an, werde in diesem Buch jedenfalls auch nicht beantwortet.
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