Adrian Tomine

Halbe Wahrheiten

Cover: Halbe Wahrheiten
Reprodukt Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783938511398
Kartoniert, 104 Seiten, 13,00 EUR

Klappentext

Ben Tanaka ist Ende 20, sarkastisch, egozentrisch, orientierungslos. Seine Arbeit als Filmvorführer in Kalifornien füllt ihn nicht wirklich aus, die Beziehung mit Miko ist nach vielen Jahren festgefahren, auch die sonst so anregenden Gespräche mit seiner beste Freundin, der lesbischen Alice, interessieren ihn nicht mehr so recht. Als Miko wegen eines Jobs für einige Zeit vom heimischen Kalifornien nach New York zieht, spitzen sich die Dinge plötzlich zu: Im Kino übt eine blonde Performance-Künstlerin eine unwiderstehliche Anziehung auf Ben aus.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.10.2008

Rezensentin Dana Bönisch begrüßt, dass ein Comic des in den USA längst berühmten Adrian Tomine, der "als Vignettenmaler seiner Generation" gehandelt werde, nun auch auf Deutsch erschienen ist. Die Figuren und Erzählstrategien charakterisiert sie als Bewegungen "zwischen Low- bis Kein-Budget-Filmfestivals", "beknackten Performances" und hochgestochenen Universitätsdiskursen, in deren Slacker-Milieu Tomine seine Geschichten oft ansiedele. Manchmal nehme die Erzählung auch die visuelle Perspektive einer Überwachungskamera ein. Der Rezensentin zufolge handelt es sich im vorliegenden Fall um eine Geschichte über das Verlassenwerden, in der die bunten multikulturellen "Urbanauten" amerikanischer Großstädte ihre Beziehungsunfähigkeiten unter Beweis stellen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.08.2008

Laut Thomas von Steinaecker könnte das Buch auch "Halbe Sache" heißen. Zwar wird Adrian Tomine mit dieser Graphic-Novel seinem Ruf als Nick Hornby des Alternativen Comics durchaus gerecht, meint er, schließlich sei alles da, die Lakonie der Dialoge, die kleinen Gesten, in denen sich die Leere niederschlägt. Doch das ändert nichts daran, dass die hier verhandelte Beziehungskiste dem Rezensenten eindimensional erscheint. Die Figuren ohne Profil, die Sätze voller Klischees, und alles noch betont durch die reduzierten Schwarzweißzeichnungen. Wie in einem Modemagazin, findet Steinaecker. Nur gut, dass sich der Band mitunter zur Selbstreflexion aufschwingt. Wenn der Comic loslegt, seine eigenen Stereotypen zu entlarven, horcht Steinaecker auf. Dafür, die Geschichte und die Figuren wirklich zu brechen, erscheinen dem Rezensenten diese Versuche allerdings zu halbherzig.
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