James Sturm

Ausnahmezustand

Cover: Ausnahmezustand
Reprodukt Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783956402319
Gebunden, 216 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sven Scheer. Wie konnte das passieren? Diese Frage beschäftigt 2016 nach der Präsidentschaftswahl in den USA nicht nur die halbe Welt, sondern auch Mark, der mit dem Zerfall seiner Beziehung fertig werden muss. Zwischen Trauer und Wut, zwischen Lähmung und dem Versuch, sein Leben neu aufzustellen, erlebt der zweifache Vater zärtliche Momente mit seinen Kindern - Vorfreude auf den Weihnachtsmorgen, Kekse nach einem nächtlichen Wutanfall. Hoffnung bleibt bestehen, obwohl die Zeit stillzustehen scheint. James Sturm nutzt den Verfremdungseffekt vermenschlichter Tiere, um den Blick des Lesers auf menschliches Verhalten zu schärfen. "Ausnahmezustand" ist eine Liebesgeschichte von heute.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.11.2020

Ralph Trommer fühlt sich mit James Sturms Graphic Novel aus dem Jahr 2016 an die Männerporträts von Richard Ford erinnert, obwohl Sturm nur vermenschlichte Hunde zeichnet. Dem Autor gelingt laut Trommer ein Abbild der amerikanischen Gesellschaft während der Wahlen von 2016, indem er das Schicksal eines Familienvaters zwischen Scheidung und Jobquerelen zeigt. Dass der Autor "Leerräume" lässt, die der Leser mit seiner Vorstellung füllen kann, scheint Trommer für sich zu nutzen. Für Trommer eine Art Seelenporträt der gespaltenen Gesellschaft, die auf den Hund gekommen ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2020

Rezensent Christoph Haas freut sich, dass der Autor und Zeichner James Sturm sich in seiner neuen Graphic Novel wieder mit für die Szene unüblichen Themen beschäftige: Sturm erzählt hier von Mark, der während des US-Wahlkampfs 2016 mit finanziellen und privaten Problemen sowie seiner politischen Unentschlossenheit kämpft. Der Gefahr eines "platten" sozialen Realismus entgehe der Autor dabei durch seine in Blautönen gehaltene Zeichnungen, in denen die Menschen Hundeköpfe haben, lobt Haas. So werde die Geschichte von ihrem konkreten politischen Kontext ein Stück weit abstrahiert, bilde diesen aber dennoch in einer "Brennschärfe" ab, die der beeindruckte Rezensent nur als "herausragend" bezeichnen kann.
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