Eberhard Kreutzer, Ansgar Nünning (Hg.)

Metzler Lexikon englischsprachiger Autorinnen und Autoren

31 Porträts. Von den Anfängen bis zur Gegenwart
Cover: Metzler Lexikon englischsprachiger Autorinnen und Autoren
J. B. Metzler Verlag, Stuttgart und Weimar 2003
ISBN 9783476017468
Gebunden, 666 Seiten, 74,90 EUR

Klappentext

In rund 650 Porträts präsentiert dieses Lexikon englischsprachige Autorinnen und Autoren vom frühen Mittelalter bis zur unmittelbaren Gegenwart. Die Porträts berücksichtigen Leben und Werk, gehen aber auch auf den literaturgeschichtlichen Kontext und außerliterarische Aspekte ein. Ausgehend von den biografischen Daten, informieren die Artikel über die bevorzugten Gattungen sowie über die Hauptwerke und deren Rezeption. Hinweise auf deutsche Übersetzungen und bibliografische Angaben schließen die Artikel ab. Die Auswahl orientiert sich am traditionellen Kanon der englischen Literaturgeschichte. Anliegen der Herausgeber ist es jedoch, diesen zu aktualisieren und in mehrfacher Hinsicht zu erweitern: durch die Einbeziehung einer großen Anzahl bislang vernachlässigter Autorinnen; durch die Aufnahme sehr vieler Autor/innen aus dem globalen Einzugsbereich der "New English Literatures" Kanadas, der Karibik, Afrikas, Südasiens, Australiens und Neuseelands und schließlich durch die Berücksichtigung vieler Autor/innen aus neuester Zeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.06.2003

Am Ende lobt Thomas Leuchtenmüller in seiner Rezension diese in ihrer Anlage, wie man erfährt, "im deutschen Sprachraum einmalige" Publikation dann doch noch als gelungen. Davor hat der Rezensent jedoch eine ganze Reihe von Einwänden angemeldet. Vor allem hat er Probleme mit der Auswahl der porträtierten Autoren: während "mit Recht überhörte" Autoren wie John Betjeman Aufnahme gefunden haben, fehlen unter anderem, erfahren wir, neben dem Kanadier Douglas Coupland, dem Australier Lionel Fogerty und einigen wichtigen irischen Autoren etwa auch die Inder Ananthamurthy und Ashokamitran. Während die Genres gleichmäßig vertreten sind, ist die Länge der Portraits dem Rezensenten zufolge außerdem keineswegs immer angemessen proportioniert. Der gewählte kleine Schriftgrad, kritisiert Leuchtenkamp weiter, mache den Band zudem zur Bleiwüste und viele Fachkürzel wie "Spenser-Strophen" blieben unerläutert. Nur in einem Punkt fällt sein Lob uneingeschränkt aus: für manche Texte, erfahren wir, hätte man "keine besseren Verfasser finden können". Als "zentrale Leistung" des Bandes führt Leuchtenmüller den Umstand an, dass dieses Lexikon "englischsprachiger Autorinnen und Autoren" auch die sogenannte "postkoloniale Literatur" würdigt, mit den erwähnten Einschränkungen. Erfreut hat den Rezensenten schließlich der beispielhaft trockene britische Humor, von dem der Band künde, in Gestalt dieser Grabinschrift zum Beispiel: "The poet's fate is here in emblem shown / He asked for bread, and received a stone."
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